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So will Google mit neuen Social-Networking-Funktionen durchstarten

Benedikt Plass-Fleßenkämper 08.03.2016

Google besitzt zwar die mächtigste Suchmaschine im Netz und kann mit YouTube die mit Abstand erfolgreichste Videoplattform vorweisen. Doch in Sachen Social Media hinkt der Internetgigant Facebook und Co. weit hinterher. Nun wagen die Kalifornier einen neuen Vorstoß und experimentieren mit neuen Funktionen innerhalb der Google-Suche.

Schon vergangene Woche berichteten einige Medien, dass Google eine experimentelle Twitter-Kopie gestartet habe, die es Nutzern erlaubt, in der Suchmaschine direkt mit Texten, Bildern und Videos zu kommunizieren.

Laut der dazugehörigen Website, die darauf schließen lässt, dass das neue Angebot Google Posts heißt, steht das Tool derzeit nur einem sehr kleinen User-Kreis zur Verfügung: den Anwärtern für die US-Präsidentschaftswahl 2016. Die Kandidaten können über die neue Funktion schnell und unkompliziert Beiträge schreiben, die dann direkt in einer oder mehreren nebeneinander platzierten Boxen in den Ergebnissen der Google-Suche angezeigt werden. Mit einem Klick gelangt man dann zum „Posts“-Profil der jeweiligen Person – zum Beispiel von Donald Trump oder Hillary Clinton.

So sehen die Tweet-ähnlichen Posts in den Suchergebnissen von Google aus.

Laut The Verge soll Posts im nächsten Schritt auch Unternehmen, Prominenten und Marken zur Verfügung gestellt werden. Außerdem gibt es bereits eine Warteliste, in die sich Interessierte eintragen können.

Neben Posts experimentiert Google offenbar noch mit einer weiteren Social-Media-Funktion. Wie der US-Blogger Mike Blumenthal anhand eines Juweliergeschäfts im US-Bundesstaat New York herausgefunden hat, testet der Tech-Konzern die Option, Unternehmen spezielle Infoboxen mit Daten wie Telefonnummer, Adresse, Öffnungszeiten und User-Bewertungen anzubieten – ähnlich wie sie beispielweise bereits für Informationstexte aus Wikipedia, die Wettervorhersage oder Google-Maps-Treffer genutzt werden.

Ein Juweliergeschäft aus Buffalo als „Local Business Card“ in der Google-Suche.

Search Engine Land bezeichnet diese umrandete Karteikarte als Local Business Card und hat von Google die Bestätigung erhalten, dass die Funktion trotz Ähnlichkeiten nicht das Gleiche wie Posts sei. Vielmehr basiere die neue Funktion auf den sehr ähnlich aufgebauten Candidate Cards, die ebenfalls für ebenfalls für die Kandidaten der diesjährigen US-Präsidentschaftswahlen vorgesehen waren. Der Unterschied zu Posts liegt offenbar vor allem darin, dass Google+-Nutzer an den Infoboxen Änderungen nach dem Wikipedia-Prinzip vorschlagen können und die Kontrolle über die Informationen nicht ausschließlich in der Hand des Betreibers liegt.

Noch gibt es für die neuen Features keine offizielle Ankündigung seitens Google, diese dürfte aber nicht lange auf sich warten lassen.