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Neues vom Admin / 10 Sätze, die ihr besser nicht zu eurem Systemadministrator sagt

Armin Hempel 24.06.2015

Admins sind nur selten wirklich gemein oder wollen euch Böses. An manchen Tagen allerdings kann eine vermeintlich harmlose Nachfrage schon ausreichen, um uns auf die Palme zu bringen. Und das, obwohl das ganz leicht zu vermeiden wäre: Zehn Sätze, die ihr im Umgang mit eurem Systemadministrator besser niemals sagt.

#1 „Du siehst gerade nicht besonders beschäftigt aus, könntest du kurz den Toner wechseln?“
Auch, wenn der Admin gerade nur teilnahmslos auf einen Bildschirm zu starren scheint, er hat vermutlich etwas zu tun. Er wühlt sich vielleicht gerade durch ellenlange Dokumentationen, um zu verhindern, dass der Firma so etwas passiert wie neulich dem Bundestag. Oder er hat in den Protokoll-Dateien des Servers einen Fehler entdeckt, noch lange bevor sich dieser für euch bemerkbar macht. Ihr denkt jetzt, dass ihr ihm wegen des Toners dann besser eine Mail schreibt? Lieber nicht. Immer, wenn ihr euch vorstellen könnt, ein Problem selbst in den Griff zu bekommen und ihr eigentlich nur zu bequem dazu seid, lasst ihr den Admin damit besser in Ruhe. Er wird es euch mit funktionierenden Systemen danken.

#2 „Irgendwie ist mein Rechner zu Hause etwas langsamer geworden, woran liegt das?“
Auch wenn der Admin euch vermutlich dabei helfen könnte, ist das nicht sein Job. Irgendwann hat jeder mal ein privates Computerproblem und wenn wir dann immer zur Stelle wären, kämen wir gar nicht mehr zum Arbeiten. Als Faustregel gilt: Würdet ihr ihm ohne zu zögern beim Umzug helfen, könnt ihr ihn fragen, ob er euch mit eurem Computer zur Hand geht. Wenn ihr ihn jetzt immer noch um Hilfe bitten wollt, beginnt aber keinesfalls mit der folgenden Phrase:

#3 „Du kennst Dich doch aus mit Computern...“
Natürlich kennt er sich damit aus! Mit Servern, mit Scripting, mit Software-Verteilung, mit IT-Sicherheit, Speichersystemen — you name it! Womit er sich aber sicher nicht auskennt, ist euer vier Jahre altes 300-Euro-Netbook mit einem Windows drauf, das nicht müde wird, darauf hinzuweisen, dass ihr möglicherweise Opfer einer Software-Fälschung geworden seid. Sollte der Admin euch damit wirklich helfen, würde er sich auf eine niemals enden wollende Verkettung von Problemen und Fehlern einlassen. Trotzdem wird er so etwas mindestens einmal pro Woche gefragt. Nehmt es ihm daher nicht übel, wenn er euch einen Korb gibt.

#4 „Aber ich habe gar nichts gemacht!“
Obwohl in diesem Satz in Bezug auf produktive Arbeit häufig mehr als nur ein Körnchen Wahrheit steckt: Ihr habt mit Sicherheit etwas mit dem Computer angestellt und es behebt euer Problem bestimmt nicht schneller, wenn ihr nur stückchenweise mit der Wahrheit herausrückt! Beschreibt einfach ganz genau, welche Programme geöffnet waren, als der Fehler auftrat — und, ganz wichtig: Versucht nicht, die Fehlermeldung vage aus dem Gedächtnis zu rezitieren, sondern erstellt einen Screenshot davon.

#5 „Echt, du arbeitest auch noch am Wochenende?“
Wir können uns das oft nicht aussuchen. Soll es nicht zu Ausfällen kommen, müssen Admins gerade dann arbeiten, wenn alle anderen ihr Feierabendbier genießen. Sind kritische Systeme betroffen, können diese oft nur nachts oder am Wochenende mit Patches versorgt werden, um euch die nervigen Fehlermeldungen, die von „geplanten Wartungsarbeiten“ berichten, zu ersparen.

#6 „Ich habe schon selbst versucht, den Fehler zu beheben.“
Vor diesem Satz haben alle Admins Angst. Einerseits begrüßen und unterstützen wir die Emanzipation unserer User in jeglicher Hinsicht, denn das bedeutet weniger Schwierigkeiten im Umgang mit Technologie und damit im Endeffekt auch weniger Kopfzerbrechen für uns. Wenn aber Dinge kaputt sind, die bis gestern noch wunderbar funktioniert haben, greift ihr besser nicht gleich zum Schraubendreher, sondern versucht lieber erst mal, euch ab- und wieder anzumelden oder probiert es mit einem Reboot. Denn Folgendes solltet ihr nie zugeben müssen, wenn ihr den Admin schon an der Strippe habt:

#7 „Ach so, nein, einen Neustart hatte ich noch nicht versucht.“
Prominenter als in „The IT Crowd“ kann der Neustart als Wundermittel gegen kleine Alltags-Problemchen kaum in Szene gesetzt werden. Trotzdem werde ich nicht müde, darauf hinzuweisen: Bevor ihr den Admin anruft, weil ihr euch beim Netzwerk-Share nicht anmelden könnt, stellt euch lieber einmal zuviel die Frage: Have you tried turning it off and on again?

#8 „Mein Neffe kennt sich gut mit Computern aus, vielleicht sollten wir den mal fragen.“
Der Admin sitzt nun schon länger als fünf Minuten an eurem Problem, ihr habt diese Deadline, aber könnt jetzt wirklich nicht mehr länger abwarten? Bleibt ruhig und erwähnt besser keine technikbegabten Verwandten. Denn habt ihr einmal diesen Pfad beschritten, gibt es nur noch zwei mögliche Alternativen: Entweder, der Admin wird sauer, weil ihr seine Kompetenz anzweifelt oder er sagt nur: „Klar, warum nicht, ich komme dann nächste Woche wieder und freue mich auf die Lösung!“ Wollt ihr das wirklich? Schlimmer als der Verweis auf das kleine Computergenie in der Verwandtschaft ist nur eines:

#9 „Kann ich das Admin-Passwort haben?“
Nein.

Und falls der Admin euch daraufhin einmal nach eurem eigenen Passwort fragen sollte, antwortet ihm auf keinen Fall mit:

#10 „Mein Passwort lautet...“
Denn: Vorsicht! Das ist eine Falle! Möchte er euer Passwort wissen, will er euch mit Sicherheit aufs Glatteis führen. Besteht immer darauf, es selbst einzugeben und achtet darauf, dass er bei der Eingabe wegschaut. Niemand, der euch Gutes will, möchte euer Passwort erfahren. Niemals und nirgends. Und falls das doch einmal passiert, solltet ihr es dringend ändern.

Rutscht euch trotz dieser absolut nicht auf Vollständigkeit bedachten Liste mal ein solcher oder ähnlicher Satz raus, hilft nur noch Bestechung: Zur Verbesserung der Admin-Laune eignen sich fast immer guter Kaffee, Mate-Limo und Schokolade. Und niemals — wirklich niemals! — dürft ihr den System Administrator Appreciation Day vergessen.

In der letzten Folge dieser Kolumne musste Armin Hempel gestehen: Pornos und Nackt-Selfies — der Admin sieht oft mehr, als ihm lieb ist. 

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