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Die Landesmedienanstalten könnten Lootboxen verbieten

WIRED Staff 06.02.2018

Lootboxen in Videospielen stehen schon länger in der Kritik. Nun will die Kommission für Jugendmedienschutz der Landesmedienanstalten ein Verbot prüfen. Damit könnten die entsprechenden Spieletitel in Deutschland ganz vom Markt verschwinden. Eine wichtige Frage dabei: Sind Lootboxen tatsächlich Glücksspiel?

Immer mehr Videospiele setzen auf Lootboxen. Also digitale Pakete mit zufälligen Inhalten, die Spieler für echtes Geld kaufen können. Besonders wegen Titeln wie Star Wars: Battlefront II und Mittelerde: Schatten des Krieges wurde das Thema in diesem Jahr so medienwirksam diskutiert, dass sich jetzt laut Die Welt am Sonntag sogar die Landesmedienanstalten damit beschäftigen.

Lootboxen könnten gegen eine Regelung verstoßen, die es verbietet, Kaufappelle an Kinder und Jugendliche zu richten. Denn sie fordern den Spieler indirekt immer wieder dazu auf, zum Geldbeutel zu greifen. Sollte das Verbot hier greifen, könnten den Herstellern nicht nur Bußgelder drohen, sondern auch ein komplettes Verbot von Lootboxen wäre möglich. Eine Entscheidung dazu wollen die Landesmedienanstalten im März treffen.

Noch wichtiger ist allerdings die Frage, ob es sich bei Lootboxen vielleicht sogar um Glücksspiel handelt. Ein virtuelles Überraschungspaket mit seltenen Waffen oder Outfits könnte einerseits mit Losen auf dem Jahrmarkt verglichen werden. Die gelten in Deutschland nicht als Glücksspiel, sondern als ein Gewinnspiel. Weil eben nicht um Geld gespielt wird. Was gegen diese Argumentation spricht, ist das Nutzerverhalten von Spielern beim Kauf von Lootboxen.

Einer Studie der Uni Hamburg zufolge generiert eine kleine Menge abhängiger Spieler einen Großteil der Einnahmen beim Lootbox-Verkauf. Diese Verteilung sei typisch für Glücksspiele, schreiben die Forscher in ihrer Studie, wie Heise berichtet.

Seit November 2017 wird in der Öffentlichkeit über Lootboxen diskutiert. Auslöser war ein Reddit-Beitrag zu Star Wars: Battlefront II, der zum unbeliebtesten Beitrag aller Zeiten wurde. Die ersten Einschränkungen zu Lootboxen kamen dann im Dezember von Apple: Spiele im eigenen App Store müssen seitdem immerhin Gewinnchancen offengelegen. Neben Deutschland haben bereits Belgien und einige US-Bundesstaaten signalisiert, dass es dort bald härtere Regeln für Lootboxen geben könnte.