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Der IBM Summit ist der mächtigste Computer der Welt

WIRED Staff 26.06.2018 Lesezeit 3 Min

Jetzt ist es offiziell: Die USA haben China nach fünf Jahren von der Spitze der Top500-Liste der Supercomputer verdrängt. Der IBM Summit ist nun der schnellste Supercomputer der Welt. Aber allzu lange dürfte das nicht so bleiben.

Zweimal im Jahr werden die Top500 der Supercomputer veröffentlicht. Fünf Jahre lang führte jeweils ein chinesischer Rechner die Liste an. Aber nun ist die Großrechenanlage Summit des Oak Ridge National Laboratory offiziell der leistungsfähigste Computer des Planeten. Seine theoretische Rechenleistung von 200 Petaflops entspricht rund 200 Billiarden Berechnungen pro Sekunde. Im High-Performance-Linpack-Benchmarktest von Top500 erzielte er eine Spitzenrechenleistung von 122,3 Petaflops. Er kann in einer Stunde Rechenkomplexe bewältigen für die Desktop-Rechner zwischen 25 und 30 Jahre bräuchten.

Um diese Leistung zu erreichen, arbeiten im Summit 9.216 22-Kern-Prozessoren von IBM und 27.648 Tesla-V100-Grafikkarten von Nvidia. Die Servertürme alleine benötigen soviel Platz wie zwei Tennisplätze. Die gesamte Anlage füllt hingegen eine Halle von 860 Quadratmetern und benötigt soviel Strom wie viel 8.100 US-amerikanischen Durchschnittshaushalte. Summit soll vor allem genutzt werden, um kosmische Ereignisse, die Zusammensetzung neuer Materialarten oder auch die Wirkung von Medikamenten zu simulieren.

China könnte wieder aufholen

Der Summit verdrängt auf der aktuellen Top500-Liste den bisherigen Rekordhalter, Chinas Sunway im National Research Center of Parallel Computer Engineering & Technology in Wuxi, auf den zweiten Listenplatz. Auch auf dem dritten Platz liegt wiederum Sierra im Lawrence Livermore National Laboratory, der einem ähnlichen Aufbau wie Summit folgt.

Trotz der Pole Position von Summit scheint China die Dominanz der USA in der Produktion von Supercomputern zu brechen: War ein Großteil der 500 in den Top500 vertretenen Rechner bis vor zwei Jahren in den USA verortet, stehen inzwischen 206 davon in China und lediglich 124 der Top-Supercomputer in den Vereinigten Staaten. Wie die New York Times schreibt, sind die Großrechner zwar nur eine Nische, aber auchein Indikator für die technologischen Fähigkeiten eines Landes.

Auf Rang drei der Supercomputer-Mächte liegt Japan mit 36 Computern, auf Rang vier folgt Großbritannien mit 22 Rechnern und auf Rang fünf Deutschland mit 21 Supercomputern. Tatsächlich könnte Deutschland alsbald auch wieder recht weit vorne in der Top 500 auftauchen. Denn im November 2018 soll der SuperMUC-NG des Leibnitz-Rechenzentrum aus Garching bei München in Betrieb genommen werden. Mit einer Rechenkraft von 26 Petaflops sollte er es zumindest in die Top 10 schaffen.