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Er taucht wie ein Mensch – und entdeckt Schätze

Benedikt Plass-Fleßenkämper 03.05.2016

Forscher der Universität Stanford haben den humanoiden Roboter OceanOne entwickelt, der in Tiefen bis 1000 Meter tauchen kann. Bei seinem ersten Einsatz hat der Tauchroboter geholfen, das 1664 im Mittelmeer gesunkene Flagschiff von König Ludwig XIV. zu erkunden – und auch gleich einen antiken Fund mitgebracht.

Um Tiefsee-Forschern die Arbeit zu erleichtern, haben Wissenschaftler der Universität Stanford den humanoiden Tauchroboter OceanOne entwickelt. Dieser wurde nun erstmalig per Joystick-Steuerung eingesetzt, um bei der Bergung des 1664 rund 30 Kilometer vor der südfranzösischen Mittelmeerküste versunkenen Dreimasters La Lune von Sonnenkönig Ludwig XIV. zu helfen.

Dem 1,50 Meter großen Roboter wurde bewusst ein humanoides Äußeres und laut den Stanford-Forschern „menschliches Sehvermögen, haptisches Force-Feedback sowie ein künstliches Gehirn“ verpasst, damit er auch schwer zu erreichende Ziele ansteuern und Kollisionen automatisch vermeiden kann. Mithilfe von Handgesten kommuniziert OceanOne mit menschlichen Tauchern.

Der Tauch-Bot ist mit zwei stereoskopischen Kamera-Augen, Torso und zwei Armen nebst voll beweglichen Handgelenken und Berührungssensoren ausgestattet, die Widerstände in Echtzeit an den Piloten weitergeben. An Stelle von Beinen oder einer Schwanzflosse besitzt er acht schwenkbare Antriebspropeller.

OceanOne kann in Tauchtiefen von bis zu 1000 Metern eingesetzt werden, die für den Menschen nicht erreichbar sind. Zum Vergleich: Der vom Ägypter Ahmed Gamal Gabr aufgestellte Tiefen-Weltrekord im Gerätetauchen beträgt aktuell 332,35 Meter. 

Wie gut die Technologie schon funktioniert, hat OceanOne bei seiner Jungfernfahrt erfolgreich demonstriert: Der vom Informatiker und Robotik-Forscher Oussma Khatib kontrollierte Roboter konnte das in 100 Metern Tiefe befindliche Schiffswrack sorgfältig durchsuchen und stieß dabei auf eine antike Vase von der Größe einer Grapefruit. Diese griff OceanOne mit zwei Roboterfingern und brachte den Fund schließlich an die Wasseroberfläche.

In Zukunft soll OceanOne vor allem bei der Erkundung von Korallenriffen im Roten Meer und bei für den Menschen gefährlichen Montagearbeiten eingesetzt werden. 

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