Das „Open Wikipedia Ranking“ listet die wichtigsten Wikipedia-Seiten auf

Benedikt Plass-Fleßenkämper 29.04.2015 Lesezeit 3 Min

Italienische Forscher haben eine für jeden im Netz frei zugängliche Methode entwickelt, um die wichtigsten Seiten des Online-Lexikons Wikipedia nach Rängen und optional auch nach Kategorien sowie verschiedenen Kriterien aufzulisten. Wenig überraschend: „United States“ führt die Gesamt-Top-Ten an, bei den Bands liegen die Beatles vorne. Wer sich etwas umschaut, stößt aber auf ebenso interessante wie verblüffende Resultate. 

Forscher der Universität Mailand haben mit dem „Open Wikipedia Ranking“ ein System entwickelt, das es ermöglicht, Wikipedia-Seiten nach ihrer Wichtigkeit und auf Wunsch auch nach Kategorien aufzulisten. Die Mitarbeiter des Laboratory for Web Algorithmics verwendeten eine Methode, die auf einer Reihe von Metriken basiert und Listen erstellt, die unter anderem harmonische Zentralität, PageRank und Seitenabrufe berücksichtigen.

 

Die Gesamt-Top-Ten bietet kaum Überraschungen: Die USA führen, Deutschland ist auf Rang acht.

1 United States

2 World War II

3 Association football

4 United Kingdom

5 France

6 World War I

7 Canada

8 Germany

9 China

10 India
 

Die Queen führt die „Woman“-Kategorie an. Zumindest, wenn man das „Open Wikipedia Ranking“ nach der „Harmonic Centrality“ auflisten lässt. Die Mama von Jesus ist immerhin noch Vierte.

 

Auch bei den Bands konnte man die Beatles ganz vorne erwarten:

1 The Beatles

2 The Rollling Stones

3 Pink Floyd

4 Led Zeppelin

5 Queen

6 The Who

7 U2

8 Coldplay

9 Radiohead

10 The Police

Interessant jedoch, dass die die britischen Britpop-Pioniere nach „PageViews“ nur Platz zwei belegen – hinter den US-Rappern Migos.

Wer hätte es gedacht? „Napoleon“ ist der meistgesuchte Begriff in der Kategorie „Men“.


Standesgemäß auch die Ergebnisse des „Erfinder“-Rankings: Albert Einstein hat nach Seitenabrufen den Spitzenrang inne, der ehemalige US-Präsident Thomas Jefferson, immerhin maßgeblicher Verfasser der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung, liegt auf Platz zwei. Die weiteren Top-10-Platzierungen mit unter anderem Leonardo da Vinci (3.), Thomas Edison (6.) und Galileo Galilei (8.) sind ebenfalls plausibel.

Nur beim kanadischen Filmemacher James Cameron auf dem dreizehnten Rang fragt man sich, ob dessen Schaffen mit Werken wie „Aliens – Die Rückkehr“, „Titanic“ oder „Avatar“ wirklich vor dem Mathegenie Archimedes (15.) eingeordnet werden sollte.

Wein vor Bier: Beim Alkohol-Ranking liegen die Klassiker beim PageRank vorne. Etwas überraschend hat sich der Apfelbranntwein Calvados auf Platz drei eingeschlichen.


Apropos Filme: Schaut man hier unter Einbeziehung der „Harmonic Centrality“ nach, findet sich kein Cameron-Film unter den ersten zehn. Allerdings auch kein einziger „Star Wars“-Streifen:

1 The Wizard of Oz

2 The Godfather

3 Gone with the Wind

4 Citizen Kane

5 Schindler's List

6 Lawrence of Arabia

7 Casablanca

8 On the Waterfront

9 It's a Wonderful Life

10 Singin' in the Rain

Die für das Ranking verwendete Datenbank legt manche Suchbegriffe recht frei aus.

Laboratory for Web Algorithmics

Das Wikipedia-Ranking könne mitunter einige merkwürdige Ergebnisse liefern, gestehen die italienischen Forscher ein. In einem FAQ erklären sie, warum beispielsweise Michael Jackson bei „Scientist“ an fünfzehnter Stelle auftaucht, obwohl er gleichzeitig bei „Pop singers“ hinter Bob Dylan auf dem zweiten Platz rangiert.

Dies liege unter anderem daran, dass die für das Ranking verwendete Datenbank Wikidata manche Suchbegriffe recht frei auslegt. So landet dann auch der deutsche Dichter Johann Wolfgang von Goethe plötzlich auf Rang sechs bei „Physicist“. Zudem sei Wikidata ein fortlaufendes Projekt und würde noch nicht alle Wikipedia-Informationen beinhalten, so die Wissenschaftler.

Einiger Macken zum Trotz macht es dennoch großen Spaß, sich durch das „Open Wikipedia Ranking“ zu wühlen.

Wer auch ein wenig stöbern möchte, kann dies hier tun.