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NSA-Überwachung: Skynet ist real und ziemlich unheimlich

Michael Förtsch 11.05.2015 Lesezeit 3 Min

In den „Terminator“-Filmen ist Skynet eine künstliche Intelligenz, die der Menschheit den Krieg erklärt hat. Jetzt ist sie nicht mehr nur Fiktion, zumindest dem Namen nach: Der US-Geheimdienst NSA hat eines seiner realen Überwachungsprogramme nach dem Amok-Computer benannt. Und auch wenn es nicht um die Kontrolle über Roboter und Nuklearraketen geht, kann das reale Skynet viel Schaden anrichten.

Auch die echte Software hat nämlich Menschen im Visier. Die Website The Intercept berichtet, das Überwachungsprogramm sei dazu entwickelt worden, Personen mit Verbindungen zu terroristischen Organisationen zu identifizieren. Dazu stütze es sich auf riesige Mengen an pauschal gesammelten Kommunikations-Metadaten. Unter anderem würden Bewegungen von Menschen in Pakistan mittels der Einwahlpunkte ihrer Mobiltelefone bei einzelnen Funkzellen nachvollzogen, und mit Bewegungsmustern von bekannten Terroristen oder deren Vertrauten abgeglichen.

Ein Journalist wurde so zum vermeintlichen Al-Quaida-Terroristen.

In einem Fall, den The Intercept auf Basis von Snowden-Dokumenten aus dem Jahr 2012 beschreibt, wurde der Al-Jazeera-Journalist Ahmad Muaffaq Zaidan durch dieses Verfahren in den Augen der NSA zum vermeintlichen Al-Quaida-Mitglied. Die Routen seines Mobiltelefons wurden demnach von Skynet mit den Reisen in Verbindung gebracht, die Kurieren der Terrororganisation zugeordnet wurden. Das ist allerdings wenig verwunderlich, Zaidan ist durch Interviews mit Al-Quaida-Führern und sogar Osama Bin Laden selbst bekannt geworden. Dennoch wurde der Journalist daraufhin überwacht. Die US-Dienste hofften, so die Verstecke der Terrorpaten ausfindig zu machen. Ob die Suche erfolgreich war oder nicht, lassen die Dokumente offen. Ahmad Muaffaq Zaidan hat eine Mitgliedschaft bei Al-Quaida jedoch stets bestritten.

 

Allerdings soll Skynet nicht nur aufgrund von Bewegungsdaten Personen als Terroristen brandmarken. Ebenfalls, so eine Präsentationfolie aus dem Fundus von Snowden, berufe es sich auf Querverbindungen einzelner Anhaltspunkte — beispielsweise von wo nach wo jemand gereist ist und wen er dort als erstes angerufen hat. Ebenfalls fließe auffälliges Verhalten in die Analyse mit ein, etwa exzessiver Sim-Karten- oder Handy-Tausch, nur Anrufe zu erhalten, aber selbst nie welche zu tätigen, häufige Abstecher zu Flughäfen oder nächtliche Reisen. Damit dürften noch so einige Unschuldige, ähnlich wie Zaidan, zu unrecht auf der Terror-Liste der USA gelandet sein. 

In einem Fall, den The Intercept auf Basis von Snowden-Dokumenten aus dem Jahr 2012 beschreibt, wurde der Al-Jazeera-Journalist Ahmad Muaffaq Zaidan durch dieses Verfahren in den Augen der NSA zum vermeintlichen Al-Quaida-Mitglied. Die Routen seines Mobiltelefons wurden demnach von Skynet mit den Reisen in Verbindung gebracht, die Kurieren der Terrororganisation zugeordnet wurden. Das ist allerdings wenig verwunderlich, Zaidan ist durch Interviews mit Al-Quaida-Führern und sogar Osama Bin Laden selbst bekannt geworden. Dennoch wurde der Journalist daraufhin überwacht. Die US-Dienste hofften, so die Verstecke der Terrorpaten ausfindig zu machen. Ob die Suche erfolgreich war oder nicht, lassen die Dokumente offen. Ahmad Muaffaq Zaidan hat eine Mitgliedschaft bei Al-Quaida jedoch stets bestritten.

Allerdings soll Skynet nicht nur aufgrund von Bewegungsdaten Personen als Terroristen brandmarken. Ebenfalls, so eine Präsentationfolie aus dem Fundus von Snowden, berufe es sich auf Querverbindungen einzelner Anhaltspunkte — beispielsweise von wo nach wo jemand gereist ist und wen er dort als erstes angerufen hat. Ebenfalls fließe auffälliges Verhalten in die Analyse mit ein, etwa exzessiver Sim-Karten- oder Handy-Tausch, nur Anrufe zu erhalten, aber selbst nie welche zu tätigen, häufige Abstecher zu Flughäfen oder nächtliche Reisen. Damit dürften noch so einige Unschuldige, ähnlich wie Zaidan, zu unrecht auf der Terror-Liste der USA gelandet sein. 

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