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China will Autos mit obligatorischen Tracking-Chips ausstatten

WIRED Staff 14.06.2018 Lesezeit 2 Min

Die chinesische Regierung bereitet derzeit ein Programm vor, das die Fahrzeuge von Bürgern mit einem RFID-Chip ausstattet. Die hierdurch gesammelten Daten sollen den Verkehr unter Kontrolle bringen. Kritiker sehen darin ein weiteres Überwachungswerkzeug.

Die Teilnahme am Programm, das bereits im Juli startet, soll zunächst freiwillig sein. Ab 2019 werden Autos jedoch verpflichtend mit dem Chip ausgestattet. Chinas Ministry of Security und das zugehörige Traffic Management Research Institute wollen durch die Chips, die an der Windschutzscheibe angebracht werden, gegen verstopfte Straßen und die zunehmende Umweltverschmutzung ankämpfen. Denn hierdurch sollen essentielle Daten anfallen, die über den Verkehrsfluss, verkehrsintensive Orte und Stauräume Aufschluss geben. Die Chips sollen durch Scanner, die in Straßenlaternen oder Ampelanlagen integriert sein können, ausgelesen und der Standort des Fahrzeugs registriert werden.

Der Umweltschutz ist eine der Prioritäten von Chinas Staatspräsident Xi Jinping. Jedoch sollen die RFID-Chips auch dafür sorgen, den Anstieg von terroristischen Angriffen mit Automobilen aufzuhalten. Zwar kann das Tracking-System laut dem Wallstreet Journal nicht jederzeit den Standort eines Wagens bestimmen – die Reichweite eines RFID-Chip beträgt bis zu zehn Metern –, jedoch ist auch nicht bekannt, welche Informationen über das Fahrzeug und den Fahrer eigentlich auf Chip gespeichert sind oder welche Daten noch erhoben werden könnten.

Auch andere Länder nutzen RFID-Chips in Fahrzeugen: Mexiko arbeitet derzeit an einem ähnlichen Konzept wie China. In Südafrika und Dubai werden die Chips hingegen schon alltäglich für die Bezahlung von Mautgebühren oder Rechnungen an Tankstellen verwendet.

Nicht wenige sehen das chinesische Programm sehr kritisch und erkennen darin ein weiteres Überwachungstool der Regierung. In China gibt es bereits zahlreiche Maßnahmen, um die Bürger zu observieren und kontrollieren. Kameraüberwachung mit Gesichtserkennungsystemen gehören schon in vielen Großstädten zum Alltag. Ebenso wird die Bewegung von Fahrzeugen über Nummernschild-Scanner protokolliert. Mit dem RFID-Chip für Autos würde somit eine weitere Überwachungsmöglichkeit hinzukommen.