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China will einen Überschalldoppeldecker bauen

Michael Förtsch 01.03.2018 Lesezeit 2 Min

Bald sollen Passagiere wieder mit Überschallgeschwindigkeit fliegen. Auch China plant daher einen neues Mach-Flugzeug. Die Konstruktion erinnert an einen futuristischen Doppeldecker.

Zahlreiche Startups wollen in den kommenden Jahren die Renaissance der Überschallflugzeuge einleiten. Denn der letzte Flug der bis zu 2.179 Kilometer pro Stunde schnellen Concorde liegt immerhin fast 15 Jahre zurück. Unter anderem haben Boom Technology, Aerion Supersonic, Spike Aerospace und sogar die NASA vor, neue Flugzeuge in die Luft zu bringen, die Passagiere in Mach-Geschwindigkeit reisen lassen. Aber auch in China wird an neuen Überschallfliegern geforscht. Die Ingenieure der Chinesischen Akademie der Wissenschaften haben nun eine Teststudie für ein so ungewöhnliches wie spannendes Design veröffentlicht. Das erlaube ihnen, ein Flugzeug zu bauen, das in zwei Stunden von Peking nach New York sausen kann.

In einem Windkanal soll sich der I Plane genannte Flieger bereits als Modell bewährt und „erstaunlich gut funktioniert“ haben. Der besteht aus einem raketenförmigen Rumpf mit nach vorne strebenden V-Flügeln. Auf dem Rücken ist zudem ein geschwungener Deltaflügel angebracht. Die moderne Doppeldeckerkonstruktion soll dem Flieger besonders viel Auftrieb verschaffen und zudem die Schockwellen des Überschallknalls ablenken und auflösen. Damit solle der Flug vergleichsweise leise und ohne allzu viele Turbulenzen möglich sein. Im Windkanal hätte das Modell bis zu einer Windgeschwindigkeit von über 8.600 Kilometern pro Stunde – und damit Mach 7 – vollkommen stabil gelegen. Wie der Forschungsleiter Kai Cui in der Studie folgert, könne dieses Tragflächenkonzept eine „ganz neue Familie“ von Überschallflugzeugen hervorbringen.

Das I Plane würde aber nicht nur als Passagiermaschine taugen, sondern ebenso als Überschallbomber, wie ein Militärwissenschaftler in der South China Morning Post anführt. Auch als fliegende Rampe für Raketenstarts ins All könnte es funktionieren – vergleichbar den Plänen von Virgin Orbit oder Stratolaunch Systems. Wobei der Flieger für die chinesischen Forscher nur ein kleiner Schritt sein soll. Denn derzeit entsteht an der Chinesischen Akademie der Wissenschaften ein Windtunnel, der Modelltests bis zu Geschwindigkeiten von über Mach 35 möglich mache.