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Die Bundeswehr arbeitet an einer KI, die Kriege vorhersagen soll

WIRED Staff 23.07.2018 Lesezeit 2 Min

Das Bundesverteidigungsministerium will eine Künstliche Intelligenz, die bei der Vorhersage von Krisen und Kriegen helfen soll. Dabei soll die lernfähige Software auch Tendenzen erkennen, die menschlichen Analysten nicht auffallen.

Das KI-Projekt ist Teil einer Studie, die den recht drögen Namen „IT-Unterstützung Früherkennung“ trägt. Enthüllt worden war das Unternehmen durch eine kleine Anfrage der Partei Die Linke. Das System soll von den Entwicklern mit Informationen aus öffentlichen als auch geheimen Quellen gefüttert werden. Dabei handelt es sich wohl um Presseberichte, Einträge aus Sozialen Medien, statischen Erhebungen, Wirtschafts-, Polizei- und Militärdatenbanken aber auch Geheimdienstinformationen – womit die KI also auch Daten zu sehen bekäme, die sonst nur wenigen Menschen zugänglich sind.

Einige konkrete Quellen sind beispielsweise die Datenbank für bewaffnete Konflikte Armed Conflict Location & Event Data oder auch die Global Database of Events, Language, and Tone. Durch den Einsatz der Künstlichen Intelligenz, das berichtet die Süddeutsche Zeitung, sollen sich Verknüpfungen und Querverweise unter den Daten ausfindig machen lassen, die für menschliche Analysten aufgrund der schieren Datenmenge nicht erkennbar wären. So könne sie zum Beispiel die Handelsdaten, Arbeitslosenquoten oder Kriminalitätsraten sowie Informationen über politische Gewalt miteinander verbinden und aus den etwaigen Korrelationen dann Schlüsse ziehen.

Sonderlich weit oder nutzbar ist das KI-Projekt nicht. Denn gerade würde noch nach einer passenden Basis gesucht. Nach den Wünschen des Verteidigungsministeriums sollen sich damit jedoch letztlich Krisen in einzelnen Regionen vorhersagen lassen – ebenso wie kriegerische Auseinandersetzungen. Und das mit einem Vorlauf von 18 Monaten. Wobei jedes Mal aber auch noch ein Mensch die Ergebnisse sichten und gegenprüfen sollen – vor allem mit internen Vorortberichten.

Derartige Systeme wie sie das Ministerium haben möchte sind keine Spinnerei, sondern teilweise schon Realität. Das Schweizer Start-up Prewave bietet seinen Kunden beispielsweise an, mittels eines KI-Systems unter anderem Arbeitsstreiks, Wetterkatastrophen und Unruhen vorherzusagen. Dafür nutzt es vor allem Daten aus Sozialen Netzwerken wie Twitter, Facebook, Weibo oder auch Youtube.