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Boring Company: Fußgänger haben im Loop Vorrang

WIRED Staff 12.03.2018 Lesezeit 2 Min

In den Transportkapseln von Elon Musks Boring Company sollten ursprünglich Autos unterirdisch befördert werden, um den Großstadtverkehr zu entlasten. Dieses Konzept hat sich nun geändert: Das Unternehmen will in dem Tunnelsystem zunächst vor allem Fußgänger und Radfahrer befördern.

Elon Musk teilte die Änderung der Pläne in mehreren Tweets mit. Er schrieb unter anderem: „Anpassung des Boring Company-Plans: Sämtliche Tunnel und Hyperloops werden Fußgänger und Radfahrer gegenüber Autos priorisieren […] Sie sollen zwar auch weiterhin Autos befördern, jedoch erst, nachdem alle Bedürfnisse nach personalisiertem Massentransport erfüllt sind.“ Laut Musk geht es dabei in erster Linie um Fairness: Diejenigen, die sich kein eigenes Transportmittel leisten können, sollten als erste von den Loops profitieren.

In einem ersten Konzeptvideo (ein weiteres soll bald folgen) zeigt das Unternehmen, wie der Transport funktioniert: Die Fahrgäste finden sich an einer überirdischen Transportplattform ein und betreten die Kapsel, die wie ein Stadtbus anmutet. Sind alle an Bord, fährt die Kapsel nach unten in ihre Fahrrinne, in der sie ihre Passagiere mit bis zu 200 Kilometern pro Stunde zum Zielort befördert. Zum Vergleich: Die Durchschnittsgeschwindigkeiten städtischer U-Bahnen liegen meist kaum über 30 km/h. Dieses „Urban Loop System“ soll Tausende Plattformen und Stationen umfassen.

Die Plattformen bergen den Vorteil, dass sie sich durch ihre geringe Größe leicht in das Verkehrsnetz einer Großstadt einfügen ließen — anders als riesige U-Bahn-Höfe. Die Loops für die Großstädte sind eine Modifikation des Hyperloop-Konzepts, das in Zukunft das Reisen zwischen Großstädten revolutionieren soll. WIRED US sieht das aufwendige Konzept auch skeptisch und wirft die Frage auf, ob ein neues Bussystem mit überirdisch liegenden Busspuren nicht effizienter wäre. Zumindest würde die Fertigstellung nicht mehrere Jahrzehnte in Anspruch nehmen.