Volvo will „Müllmänner“ durch Roboter ersetzen

Michael Förtsch 23.09.2015 Lesezeit 2 Min

Der Autobauer Volvo will zukünftig echte „Drecksarbeit“ von Robotern erledigen lassen. Das schwedische Unternehmen forscht an automatisierten Helfern, die Mülltonnen entleeren können. Werden menschliche Entsorgungsfacharbeiter in Zukunft durch Maschinen ersetzt?

Für das Projekt ROAR — Robot-based Autonomous Refuse handling — hat sich der skandinavische Fahrzeugfabrikant unter anderem mit der Chalmers University of Technology, der Mälardalen University, der Penn State University und der Recyclingfirma Renova zusammengetan. Ihre Vision ist es, einen kleinen, aber starken Roboter zu konstruieren, der gemeinsam mit einem Mülllaster ausrücken kann.

In einer Nachbarschaft angekommen würde der elektrische Entsorgungsspezialist auf Anweisung des menschlichen Müllwagenfahrers beginnen, die Abfalltonnen an der Straße zu packen, in den Wagen zu entleeren und zurückzustellen. Und das, so verspricht Volvo, soll er derart „ruhig und diskret tun”, dass die Abfuhr nachts von statten gehen könnte, ohne die schlafenden Bewohner zu wecken. Einer oder sogar mehrere Roboter könnten dabei die Entsorgungsfacharbeiter ersetzen, die sonst auf dem Trittbrett eines Abfalllasters mitfahren und über Stunden immer wieder sprinten und schwer heben müssen.

Damit würde der automatisierte Helfer also nachhaltig gesundheitlichen Schäden der Mitarbeiter vorbeugen, aber auch so manch einen der öffentlichen Angestellten eventuell überflüssig machen. Allerdings, so will Volvo verstanden wissen, solle das ROAR-Projekt zunächst die „Vorstellungskraft erweitern” und „demonstrieren, wie wir in naher Zukunft intelligente Maschinen nutzen, um uns in breiten Feldern der Gesellschaft zu assistieren zu lassen.” 

Bis die Roboter also tatsächlich durch die Straßen flitzen und Mülltonnen aus Vorgärten tragen, soll es noch einige Zeit dauern. Denn die automatisierten Müllsammler müssen sowohl auf Straßen als auch Bürgersteigen agieren und Höhenunterschiede überwinden können. Das stellt durchaus eine Herausforderung dar.

Ebenso das Ausfindigmachen der Tonnen. Dafür soll daher zunächst eine Drohne verantwortlich sein, die voraus fliegt und die Standorte der Behälter identifiziert und markiert. Die Entwicklung der entsprechenden Basistechnologien soll jedoch schon recht fortgeschritten sein. Denn im Sommer nächsten Jahres wird bereits ein erster Testlauf des Systems starten.