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Diesen Solar-Cruiser aus Bochum würden wir sofort kaufen!

Michael Förtsch 13.07.2017

Der Blue Cruiser sieht so aus wie die Spritfresser aus alten US-Filmen. Wären da nicht die Solarpanelen auf dem Dach. Studenten der Hochschule Bochum haben das Auto entwickelt und wollen damit bis nach Australien.

Was kommt heraus, wenn 60 Studierende der Hochschule Bochum zusammen ein Muscle-Car bauen wollen? Klar: Rund fünf Quadratmeter an flachen Dach-Solarzellen, die vier eigens entwickelte Radnabenmotoren mit Strom versorgen. Es versteht sich, dass die Tüftler aus dem Ruhrgebiet auch daran gedacht haben, möglichst viel Kohlefaser im Chassis zu verbauen, ihr Blue Cruiser hat Allrad und immerhin schafft er es auf 120 Kilometer pro Stunde. Das Besondere am Rennprojekt bleibt dennoch der Strom. Um Engpässe zu überbrücken kommt der Solar-Wagen mit Akku-Pack und einem Anschluss für die Handy-Ladestation an Bord – nehmt das, ihr US-Dreckschleudern!

Nicht wundern, wenn sich die nächsten Zeilen etwas nach Autoschau anhören, aber wir sind zugegebenermaßen ein wenig begeistert: Der Blue Cruiser hat sowohl Abstandswarner, Sitzheizung, Zentralverriegelung als auch ein eigenes Fahrinformationssystem. Ein elektrisch-adaptives Fahrwerk soll das Dahinrauschen so angenehm machen wie bei einem klassischen Serienfahrzeug. Dazu sind die Sitze mit Piñatex überzogen – einem Lederersatz aus den Fasern von Ananasblättern. Wir sagen: Super schick und auch noch vegan! Die Studierenden sagen: „Das soll zeigen, wo nachhaltige Alternativen bei der Materialauswahl möglich sind.“

Falls irgendwer unseren Schwärmereien nicht glaubt: Der Solarwagen aus dem Ruhrpott wird seine Fähigkeiten vom 8. bis zum 15. Oktober bei der World Solar Challenge in Australien beweisen. Dabei geht es 3000 Kilometer von Darwin nach Adelaide.

Der Blue Cruiser tritt passend zum Namen in der sogenannten Cruiser-Klasse an. Diese Fahrzeuge müssen mindestens zwei Sitzplätze und eine Straßenzulassung im Konstruktionsland vorweisen, dürfen aber auch Strom-Tankstopps einlegen. Ebenso mit im Rennen ist der minimalistische Sonnenwagen, der von Studierenden der RWTH und FH Aachen entwickelt wurde. Er wird in der leichtgewichtigen Challenger-Klasse fahren. Toll finden wir natürlich beide Projekte!

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