/Drohne

Amazon will Drohnen auf Kirchtürmen und Straßenlaternen parken

Michael Förtsch 21.07.2016 Lesezeit 2 Min

Lieferdrohnen, wie Amazon sie plant, haben ein Problem. Ihre Reichweite ist durch ihre Akkuladung stark begrenzt. Deswegen will das Versandunternehmen für sie Tankstellen auf Lampenmasten anbringen.

Erst Ende 2015 hat Amazon ein neues Drohnen-Modell vorgestellt. Mit dem will das Unternehmen schon in wenigen Jahren Pakete ausliefern. Denn über 80 Prozent aller Bestellungen könnten in Sachen Gewicht und Größe durchaus auch von einem fliegenden Liefer-Roboter bewältigt werden. In 30 Minuten könne das Päckchen so beim Kunden sein. Momentan aber nur, wenn der in einem Umkreis von etwa 16 Kilometern der Versandlager wohnt.

Mehr würde die aktuelle Batterietechnologie nicht hergeben – wenn die Drohne nicht auf dem Rückflug vom Himmel fallen soll. Allerdings hat Amazon nun eine simple Lösung gefunden, die Zustellungsweite auszudehnen. Die flinken Mini-Flieger sollen einfach einen Tankstopp einlegen.

In den USA hat Amazon ein Patent auf Docking-Stationen für seine Drohnen erhalten. Dort sollen die unbemannten Fluggeräte ihre Batterien auffüllen können – per Steckverbindung oder auch kabellos. Damit würde sich der Lieferumkreis weithin ausdehnen lassen. Denn angebracht werden sollen die Landeflächen auf „existierenden Strukturen“. Gemeint sind damit, so Amazon, beispielsweise Straßenlaternen, Mobilfunk- und Telefonmasten, Kirchtürme und Parkhäuser. Die könnten dort an bestehende Stromnetze angeknüpft oder mit Solarpaneelen ausgestattet werden.

Abseits der Funktion als Elektro-Tankstelle sollen die Docking Stations jedoch noch andere Dienste bereitstellen. Unter anderem sollen alle Landeposten möglichst auch Informationen über die Wetterlage und Windrichtung liefern und den Drohnen über über ein zentrales Kontrollsystem stets die momentan effizienteste Route nennen. Ebenso könnten sie den Paket-Transfer zwischen einzelnen Drohnen-Modellen ermöglichen, als sicherer Unterschlupf bei Schlechtwetter dienen, Anwohnern kostenloses Internet bieten und mit LED-Anzeigetafeln als Werbebanner funktionieren.

Bislang sieht es zumindest in den USA für Drohnen-Lieferdienste jedoch eher schlecht aus. Erst im Juni hatte die Federal Aviation Administration seine Regeln für die kommerzielle Nutzung von Drohnen herausgegeben. Die verbieten unter anderem Flüge ohne menschliche Aufsicht.

+++ Mehr von WIRED regelmäßig ins Postfach? Hier für den Newsletter anmelden +++