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Alien-Blut und Strahlenlecks: So üben Bombenroboter im Robot Rodeo

WIRED Staff 25.06.2018 Lesezeit 2 Min

Auf dem 12. Robot Rodeo im US-Bundesstaat New Mexico traten professionelle Bombenentschärfer mit ihren Robotern an, um simulierte Extremsituationen zu meistern. In den durchgespielten Szenarien geht es um Strahlenlecks, Alien-Blut und und Flugzeugabstürze.

In der vergangenen Woche haben sich mehrere zivile und militärische Trupps von Bombenentschärfern zum jährlich stattfindenden Trainingsevent Western National Robot Rodeo getroffen. Das von den Sandia National Laboratories auf dem Gelände eines Luftwaffenstützpunktes organisierte Happening bringt die ferngesteuerten Roboter und ihre Bediener an die Grenzen: Unwegsames Gelände, schwer zu erreichende Ziele und ein Zeitlimit von 90 Minuten machen die elf aufeinanderfolgenden Aufgaben zu echten Herausforderungen. Sie sollen zeigen, wo sowohl die Roboter als auch deren Bediener noch Verbesserungs- und Nachholbedarf haben.

Die Szenarien werden von den Organisatoren so konzipiert, dass sie eine zusammenhängende Geschichte haben und die Kampfmittelräumer nur begrenzte Informationen erhalten: Wie The Verge schreibt, geht es nach einer kurzen Einleitung an die Aufgabe, die zum Beispiel fordert, die Blackbox aus einem abgestürzten Flugzeug zu bergen. In dieser Aufgabe gibt es dann Hindernisse wie Krater, die durchfahren oder abgebrochene Trümmerteile mit scharfen Kanten, die aus dem Weg geräumt werden müssen.

Mission direkt aus Men in Black

Eine andere Aufgabe aus dem Vorjahr lehrte, den Einsatz des Roboters gut zu planen: Aus einem Flugzeug muss eine Probe von Alien-Blut gesammelt werden – und dann überraschend noch eine weitere. Ist das Gefäß mit der Flüssigkeit im Greifarm des Roboters, ist dieser nicht dazu in der Lage, weitere feinmotorische Aktionen durchzuführen. Die Teams lernen dadurch, den Ablauf des Einsatzes im Voraus durchzugehen und Unwägbarkeiten einzukalkulieren.

Beim Aufspüren eines Lecks in einem Untergrundbunker mussten die Teams hingegen gemeinsam arbeiten. Denn nicht nur musste die Strahlungsquelle gefunden, sondern auch versiegelt werden. Auch wenn die Missionen mehrheitlich realistisch seien, hätten die Ausrichter der Sandia National Laboratories durchaus Freude, die „Szenarien rund um die Men-in-Black-Filme aufzubauen.“

Die Roboter, mit denen die Teams zu dieser Übung antreten, bringen sie selbst mit. Dabei handelt es sich sowohl um Geräte wie ANDROS F6B, Wolverine oder TalonSWORDS, die von Unternehmen wie REMOTEC oder Qintiq entwickelt werden, als auch Sonderanfertigungen und Eigenentwicklungen. So soll sichergestellt werden, dass die Fahrer mit dem Gerät trainieren, das sie im richtigen Leben tatsächlich einsetzen. Wie Organisator Jake Deuel im Interview mit The Verge sagt: Roboter zu steuern ist eine Fähigkeit, die ohne Übung verloren geht. Und das Robot Rodeo soll helfen, genau das zu verhindern.