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Alexa zeichnet ungewollt Gespräche auf

WIRED Staff 21.12.2017

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat bei Versuchen festgestellt, dass Amazons digitale Sprachassistentin Alexa mithört, auch wenn sie nicht mit dem exakten Aktivierungswort angesprochen wurde.

Alexa reagiert normalerweise auf vier Signalwörter, die die Sprachassistentin aktivieren: Alexa, Amazon, Echo, oder Computer. Eine Versuchsreihe des Marktwächter-Teams der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen zeigt aber, dass Alexa auch bei anderen Begriffen hellhörig wird. Dadurch könnten auch Teile von Gesprächen aufgezeichnet werden, die nicht für Alexa gedacht sind, wie Futurezone berichtet.

Mit Alexa, die in den Amazon Echo-Lautsprechern integriert ist, lassen sich Informationen abfragen, Termine planen oder Smart-Home-Einrichtungen steuern. Bei der exakten Erkennung des Aktivierungswortes hapert es dagegen manchmal: Offenbar reagiert die KI genauso auf Wörter, die phonologisch den Signalwörtern zur Aktivierung ähneln. In der Versuchsreihe reagierte die Sprachassistentin auf „Alexander“, wenn es am Satzanfang stand. Auch Wörter wie „Amazonas“ aktivierten Alexa, in Einzelfällen kam es sogar zur Aktivierung bei Ausdrücken wie „Komm Peter“ (statt Computer), die lediglich marginal an das Signalwort erinnern.

Digitale Sprachassistentin sind darauf programmiert, erst bei Nennung des Signalwortes die Aufzeichnung zu beginnen. Allerdings kann es bei solchen Fehlinterpretationen passieren, dass Alexa Gesprächsinhalte aufzeichnet und an Anbieter-Server sendet, ohne dass der Nutzer das mitbekommt. Diese Daten sollen zwar laut Amazon nur „zur Verbesserung des Services“ genutzt werden — was genau mit den aufgezeichneten Daten passiert, ist allerdings nicht bekannt. Ayten Öksüz von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen sieht diesen Punkt als besonders kritisch: Durch das ungewollte Aufzeichnen von Gesprächen bekommt Amazon möglicherweise Einsichten in die Privatsphäre der Kunden — die für die digitale Sprachassistentin tabu sein sollte.