/Tech

Airbags könnten Schiffsuntergänge verhindern

Olivia Solon 07.04.2014

Ein Team von EU-finanzierten Forschern hat einen Airbag entwickelt, der das Sinken von Schiffen in Notfällen verhindern könnte.

Die Forscher wollen eine stabilisierende, aufblasbare Vorrichtung bauen, die sich innerhalb von 15 Sekunden öffnet. Sie basiert auf Technologien, die U-Boote im Falle unkontrollierten Tauchens Auftrieb verleihen. Der riesige Airbag – entwickelt von der Forschungsgruppe SuSY – soll gekenterte Schiffe stabilisieren, oder abgesunkene anheben. So könnte Rettern im Notfall Zeit verschafft werden, um Passagiere zu evakuieren und riskante Ladungen zu bergen.

Das Verfahren sieht unter anderem mit Kevlar verstärkte Ballons vor, die im Schiff installiert werden, entweder in Wasserballasttanks oder zwischen Doppelhüllen. Das Forscherteam hat dazu Patronen entwickelt, die an diesen Ballons befestigt werden und Kaliumnitrat enthalten (das wird auch in Schießpulver verwendet), sowie Epoxidharz und Eisenoxid (Rost). Kommt es zum Ernstfall, oxidiert das Schießpulver das Epoxidharz, das dann wiederum in den Ballon eintritt und ihn schnell aufpumpt – der Rost hilft, eine Explosion auszulösen. Eine zweite Patrone, gefüllt mit komprimierter Luft, kühlt die Explosion ab, so dass keine Ladung in Brand gerät.

Airbag-Behälter in der Tesphase

Reinhard Ahlers, Geschäftsführer der maritimen Beratungsfirma Balance sagt, die größte Herausforderung sei gewesen, die richtige Kombination an Materialen für den Prozess der Gasproduktion herauszufinden. „Wir hatten das Ziel, aus der kleinsten Patrone, die wir kriegen konnte, so viel Gas wie möglich zu produzieren.“ Das bedeutet, es mussten viele verschiedene Kalkulationen vorgenommen werden, um die richtige chemische Formel zu finden.

Unter Wasser könnte der Airbag Schiffe vor dem Sinken retten

Außerdem musste für den Ballon ein Material gefunden werden, das auch heißes Gas halten kann, ohne dabei unmenschlich teuer zu sein. Auch braucht das System eine Vorrichtung, mit der man den Ballon am Rumpf anbringen kann. „Die Ballons wurden schließlich unter der Decke der Doppelhülle befestigt, um auch Inspektionen zu ermöglichen“, sagt Ahlers. Das Team hat zwar einen Machbarkeitsnachweis erbracht, muss aber immer noch eine Kontrolleinheit für das ganze System entwickeln. 

Jetzt WIRED Member werden und mit uns in die Zukunft starten!

Mit im Paket: 4 Magazin-Ausgaben im Jahr und der Member-Zugang zu exklusiven Inhalten auf WIRED.de sowie weitere Vorteile nur für Member.

Member werden