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Warum die NASA Asteroiden in autonome Raumschiffe verwandeln will

Benedikt Plass-Fleßenkämper 08.06.2016

Der Weltraum, unendliche Rohstoffe. Wir schreiben das Jahr 2016. Dies sind die Abenteuer eines US-Startups und der NASA im Asteroiden-Wunderland.

Im Weltall schlummern jede Menge unerschlossene Ressourcen, Unternehmen wie Planetary Resources wollen schon in wenigen Jahren Bergbau auf Asteroiden betreiben. Um einen einfachen und effizienten Rohstoffabbau im All zu ermöglichen, arbeitet das US-Startup Made in Space an einer Methode, Asteroiden per 3D-Druck-Technologie in autonome Raumschiffe zu verwandeln.

Das Projekt soll zwar frühestens in 20 Jahren abgeschlossen sein, doch die US-Weltraumbehörde NASA glaubt offenbar schon jetzt an das Konzept – und hat kürzlich eine Machbarkeitsstudie mit 100.000 Dollar unterstützt.

Noch scheint Asteroidenbergbau ein in weiter Ferne liegendes Zukunftskonzept zu sein. Doch Unternehmen wie Deep Space Industries und Planetary Resources bereiten sich schon lange auf die Rohstofferoberung im Weltall vor. Und nicht nur große Nationen wie die USA, sondern auch kleine Länder wie Luxemburg haben ambitionierte Pläne, wenn es ums Thema Asteroid-Mining geht.

Kein Wunder, denn Asteroiden stecken voller Schätze, sie bergen wertvolle Rohstoffe wie Gold, Platin, Titan, Nickel und auch Wasser. Das US-Startup Made in Space, das schon 2014 den ersten 3D-Drucker für die Raumfahrt konstruiert hat und einen 3D-Druck-Roboter für die ISS fertigen will, arbeitet deshalb an einem Konzept, das einen möglichst effektiven Abbau der Kleinplaneten ermöglichen soll.

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Die Idee ist es, eine Roboterrakete namens Seed Craft zu einem Asteroiden zu entsenden. Dort angekommen, soll die Künstliche Intelligenz dann die benötigen Rohstoffe abbauen, um eine Antriebstechnologie und ein Steuerungselement für den Asteroiden zu drucken. Anschließend könnte der Himmelskörper wie ein autonomes Raumschiff durchs All fliegen und etwa selbstständig eine Minenstation ansteuern.

Made in Space zufolge würde diese Methode deutlich günstiger sein, als die Rohstoffe nach und nach mit normalen Raumschiffen abzuholen.

Die NASA ist von dem Project RAMA (Reconstituting Asteroids into Mechanical Automata) genannten Konzept offenbar schon überzeugt. Die US-Raumfahrtbehörde hat Made in Space im Rahmen seines Förderungsprogramms NASA Innovative Advanced Concepts 100.000 Dollar zur Verfügung gestellt, die in eine Machbarkeitsstudie fließen. Sollte Made in Space auch in die zweite Förderrunde kommen, könnte sich das Startup weitere 50.000 Dollar sichern.

Während Asteroidenbergbau laut Planetary Resources und Co. schon in wenigen Jahren Realität sein könnte, dürfte das autonome Asteroiden-Raumschiff allerdings noch auf sich warten lassen: Made in Space geht derzeit von einer Planungsphase von mindestens 20 Jahren aus.

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