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Fünf Freunde im Solar-Auto: Stella Vie hat viel Platz und hohes Tempo

Cindy Michel 30.06.2017

Einmal quer durch Deutschland mit der ganzen Familie: Die Reichweite des ersten Solarmobils mit fünf Sitzen soll bei 1000 Kilometern liegen, die Top-Geschwindigkeit bei 130 km/h. Mit Stella Vie will das Solar Team Eindhoven seinen Weltmeistertitel bei der Bridgestone World Solar Challenge verteidigen.   

Die World Solar Challenge gilt als das härteste Rennen der Welt für Solarfahrzeuge. Über 3000 Kilometer auf öffentlichen Straßen quer durch Australien von Darwin im Norden nach Adelaide an der Südküste müssen die Fahrzeuge zurücklegen. Dabei dürfen sie ausschließlich Sonnenenergie tanken. 

Das Reglement ist strikt: Wer teilnehmen möchte, muss bestimmte Auflagen erfüllen wie etwa bei der Solarpanelgröße, der Minimalmasse oder auch der Batteriekapazität. Gestartet wird in drei Kategorien: Cruiser (straßentaugliche Mehrsitzer), Challenger (straßentaugliche Einsitzer) und Adventure (für ältere, nicht straßentaugliche Modelle).

Amtierender und bereits zweimaliger Weltmeister in der Cruiser-Klasse ist das Solar Team der Eindhoven University of Technology. Nun haben die Studenten ihre neuestes Modell präsentiert: Stella Vie ist ein Fünfsitzer, auf dem insgesamt fünf Quadratmeter Solarmodule verbaut wurden. Laut der Universität soll das Fahrzeug das erste Solarmobil mit fünf Sitzen sein und an einem sonnigen Tag in den Niederlanden rund 1000 Kilometer zurücklegen können. Die maximale Geschwindigkeit des Fahrzeugs, das ausschließlich durch die Kraft der Sonne angetrieben wird, soll bei 130 Kilometern pro Stunde liegen. 

Die angeblich perfekte Balance zwischen Aerodynamik und Ästhetik von hinten. Obwohl Stella Vie einen Quadratmeter Solarpanelen weniger aufweist als sein Vorgänger, soll der Fünfsitzer bis 1000 Kilometer an einem sonnigen Tag zurücklegen können 

„Für das Designkonzept des Vie haben wir die perfekte Balance zwischen Aerodynamik und Ästhetik gesucht“, schreiben die Studenten auf ihrer Homepage. Das Resultat kann sich sehen lassen: Stella Vie ist deutlich aerodynamischer als sein Vorgänger und amtierender Weltmeister Stella Lux

Im Vergleich zum amtierenden Weltmeister-Auto können im Vie fünf statt nur vier Personen mitfahren, seine Batterie ist deutlich kleiner und auch an den Solarpanelen konnten die Studenten sparen, und zwar einen ganzen Quadratmeter. Beide schaffen bei guten Wetterkonditionen 1000 Kilometer. 

Dank Einparkassistent soll der Fünfsitzer nicht nur sicher in die Lücke manövrieren, sondern auch den sonnigsten Spot finden. Dort tankt Sella Vie dann ganz nebenbei effizient während des Parkens 

Vie ist per se umweltfreundlich und zudem ausgestattet mit smarter Technologie: Ein integrierter Solar-Navigator zeigt dem Fahrer die energieeffizienteste Route und berechnet, wie viel Energie man dabei im Vergleich zu einem herkömmlichen Brennstofffahrzeug spart. Am Ziel angekommen soll ein automatischer Einparkassistent nicht nur vorm Anecken schützen, sondern zugleich den Stand der Sonne analysieren. Basierend auf den Ergebnissen parkt der den Wagen dann so ein, dass dieser möglichst viel Energie gewinnt während er dort abgestellt ist.

Die Autobatterie kann über das heimische Stromnetz geladen werden und umgekehrt kann die Energie, die die Solarmodule auf dem Wagen produzieren, aber auch dazu genutzt werden, Elektrogeräte im eigenen Haus zu betreiben. Auch wenn der Stella Vie eine Straßenzulassung für die Niederlande besitzt, wurde das Fahrzeug erst einmal nur für wissenschaftliche Zwecke und den Wettbewerb konzipiert. Doch für das Solar Team ist klar: Stella Vie „ist das Auto der Zukunft“. 

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