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Ein ESA-Satellitenpaar schützt nun aus dem All vor Katastrophen

WIRED Staff 07.03.2017

Die ESA arbeitet weiter daran, das erdnahe All zum Wohle der Menschheit zu nutzen: Mit dem Start von Sentinel 2B in der Nacht zum Dienstag vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana gesellt sich der Erdbeobachtungssatellit zu seinem Schwestergerät, das bereits seit 2015 in 800 Kilometern Höhe kreist.

Das Zwillingspaar ist wieder komplett: Zum Erdbeobachtungssatelliten Sentinel 2A ist nun Sentinel 2B gekommen. Gemeinsam liefern die beiden Satelliten dank ihrer polaren Umlaufbahn alle fünf Tage eine vollständige, hochauflösende Karte von der Erde. Die dabei eingesetzte hochauflösende Kamera wurde extra entwickelt, um sowohl das aufzunehmen, was das menschliche Auge sieht, als auch das, was im Infrarot-Bereich liegt. 

Die Daten, die die beiden ESA-Satelliten dabei liefern, sind frei zugängig und dienen vor allem der Umweltforschung, der Landwirtschaft und dem Katastrophenschutz. Auf der Webseite der Mission können aber auch interessierte Laien die vielen Terabytes herunterladen, die von den Satelliten regelmäßig erweitert werden. Beide Sentinels haben einen Blickwinkel, der einen Landstrich von 290 Kilometern Breite abtastet.

Wie Zeit Online berichtet, liefern die beiden Sentinel 2-Satelliten eine Menge Daten, die Aufschlüsse über viele landschaftliche Details zulassen: Bei einer Pixelgröße von zehn mal zehn Metern ist es möglich, Baumarten von Wäldern zu identifizieren, zu sehen, was genau auf einem Feld wächst und dank Aufnahmen im Infrarotspektrum sogar, ob Pflanzen gesund oder ausgetrocknet sind. Landwirte können so fast in Echtzeit zum Beispiel den Wasser- und Düngebedarf ihrer Nutzflächen erfahren.

Die beiden Satelliten sind Teil des Copernicus-Programms der ESA, mit dem die Erdbeobachtung für die nächsten Jahre einen deutlichen Schub nach vorne erhalten soll. Sechs Satellitenkonstellationen sollen bis 2021 im Orbit platziert werden und verschiedene Kartendaten unseres Heimatplaneten liefern. Ziel ist es, die Nutzung von Flächen zu beobachten und so effektive Forschung zur Ausbreitung von Städten und Ackerland zu gewinnen, die Geowissenschaften und Meteorologie voranzutreiben, aber auch im Falle von Naturkatastrophen wie Überschwemmungen und Waldbränden ein genaues und möglichst aktuelles Bild der Lage zu erhalten. Wenn Rettungskräfte genau wissen, wo es brennt, können sie besser reagieren — und das könnte künftig Leben und Landschaften retten.

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