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Folge der Mücke aus dem Weltraum – besiege die Epidemie

Michael Förtsch 18.09.2017 Lesezeit 2 Min

Moskitos töten jedes Jahr tausende Menschen – durch von ihnen übertragene Krankheiten. NASA und die Regierung Perus wollen die Stecher mit dem Satellit jagen.

Noch vor 15 Jahren starben jährlich 1,2 Millionen Menschen an Malaria. Mittlerweile ist diese Zahl auf 400.000 gefallen, das zeigt eine Erhebung der Weltgesundheitsorganisation WHO. Aber auch das ist noch eine erschreckende Summe. Alleine in Peru waren zwischen 2014 und 2015 rund 65.000 Menschen betroffen. Laut WHO-Chefin Margaret Chan ist für die weitere Eindämmung in den tropischen Gebieten in Afrika und Südamerika ein „viel größerer Einsatz zur Prävention“ notwendig. Den will nun die NASA bringen. Sie könnte mit ihren Satelliten prophezeien, wann und wo die nächste Krankheitswelle ausbrechen wird.

So kartographieren etwa die Satelliten der Landsat-Serie durchgehend die Oberfläche der Erde. Aber nicht nur deren Geographie. Auch Daten über Luftströmungen, Wasserflächen und nicht zuletzt den Rückgang von Waldgebieten werden gesammelt. Andere Satelliten wie Terra, Aqua und Global Precipitation Measurement überwachen Wolkenformationen und Regen- oder Schneefälle. Durch das Software-Framework Land Data Assimilation System lässt sich bestimmen, wo sich Landstriche auftun, die als Brutstätten für Moskitos geeignet sind. Deren Ansprüche sind spezifisch – stille Tümpel und feucht-warmes Lokalklima – verschieben sich durch Wetterzyklen und Klimawandel aber regelmäßig.

In einem gemeinsamen Pilotprojekt mit der peruanischen Regierung sollen die Satelliten-Daten nun zusammengeführt und mit einem Vorhersagemodell für menschliche Arbeitswege und Wanderbewegungen verknüpft werden. Dadurch sollen Gebiete identifiziert werden, die für Siedler, Holzfäller oder Bergbauunternehmen attraktiv sind. „Der Schlüssel, für die Voraussage von Malaria liegt darin, Orte auszumachen, wo die Brutgründe der Moskitos sich mit einer menschlichen Population überlappen“, sagt Klimaforscher William Pan von Duke University.

Die Daten und Modelle kombiniert mit regionalen Statistiken sollen eine präzise Vorhersage möglich machen, wann und wo ein Malariaausbruch droht. Bis zu drei Monate im Voraus ließe sich der Ort und sogar der Haushalt eingrenzen, der betroffen sein wird. Auf diese Weise ließen sich rechtzeitig Ärzte und Medikamente in die entsprechenden Dörfer, Städte oder provisorischen Arbeitersiedlungen entsenden oder im Voraus eine breite Vorsorgekampagne organisieren. Noch ist das Vorhersagesystem lediglich ein Modellversuch. Aber in wenigen Jahren könnte es zu einem wichtigen Werkzeug im Kampf gegen Malaria und später wohl auch andere Infektionskrankheiten wie die Schlafkrankheit, Leishmanien oder das Zika-Virus werden.