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Ein Miniraumschiff könnte den Raumanzug ersetzen

Cindy Michel 06.02.2018

Amerikanische Wissenschaftler wollen den klassischen Raumanzug durch ein Miniraumschiff für eine Person ersetzen. Der aktuelle Designentwurf erinnert an ein R2D2-Kostüm.

Völlig verletzlich, nur in ihren Raumanzügen von Jetpacks getrieben, steuern die Astronauten Matt Kowalski (George Clooney) und Dr. Ryan Stone (Sandra Bullock) durch das All und versuchen, nicht von Trümmerteilen erschlagen zu werden. Irgendwann muss sich Kowalski opfern und kappt die Verbindung zwischen den beiden Anzügen – er treibt in den Orbit hinaus.

Hätten Kowalski und Stone das Miniraumschiff zur Verfügung gehabt, an dem die Wissenschaftler von Genesis Engineering arbeiten, wäre die Geschichte vermutlich anders ausgegangen – denn das Raumfahrzeug für eine Person könnte in Zukunft eine Alternative zum Raumanzug darstellen.

Die erste Hürde, den Pool-Test als Käfig-Modell im U.S. Space & Rocket Center in Huntsville, Alabama, hat das Miniraumschiff bereits bestanden. Dafür wird das Modell in einem großen Schwimmbecken unter Wasser platziert, um eine niedrige Erdanziehungskraft zu simulieren. Kontrolliert wird dabei die Auftriebskraft des Käfigs sowie von Tauchern die Zugänge und die Bedienbarkeit der Steuerungsmodule.

Im R2D2-Look geschützt durch den Orbit steuern

Doch das Gefährt bleibt natürlich kein Käfig. Die Designs aus dem Konzept-Paper erinnern etwas an ein R2D2-Kostüm: Das Gefährt ist etwas höher als ein großer Mensch, die Form ist zylindrisch und außerdem hat es zwei Roboterarme.

Im Inneren agiert der Astronaut in regulärer Kleidung, kann durch ein Fenster hinaus blicken und so das Gefährt sowie die High-Tech-Gliedmaßen für Reparaturen steuern. Da es die gleiche Atmosphäre wie die Raumstation nutzen soll, wären nicht einmal Airlocks notwendig.

Aktuell entwickelt das Unternehmen die Kapsel, mit dem Ziel sie zu bauen und zu testen, zitiert das Fachportal Space.com den Projektmanager Brand Griffin. Außerdem plane man gerade eine Testreihe für das Antriebssystem. Hätte seine Firma unendlich viel Geld, könnte man bereits in drei Jahren mit dem ersten Testflug eines Prototyp rechnen. Da dies aber nicht der Fall sei, hänge sein Zeitplan davon ab, wer und wann an der Technologie interessiert sei, so Griffin. Aktuell führe er Gespräche mit der NASA und Sierra Nevada Corp arbeite bereits mit Genesis Engineering an dem Projekt.