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Wie ein Supercomputer zu neuen Krebstherapien verhilft

WIRED Staff 28.08.2017 Lesezeit 2 Min

Per Big-Data-Analyse hat eine KI einen Krebsatlas entwickelt, aus dem sich auch neue Behandlungsansätze ergeben. Der Katalog verbindet Tausende spezifischer Gene verschiedener Tumorarten mit der Sterblichkeitsrate von Patienten. Die Grundlage sind frei verfügbare Datensätze.

Die Forscher der Königlich Technischen Hochschule in Stockholm haben einen Supercomputer Daten aus 8000 Proben untersuchen lassen, in denen 17 Arten von Krebs vorkamen. Alle Gene in den Krebszellen wurden kartografiert, um die jeweils produzierten Proteine und deren Letalität zu überprüfen, berichtet Technology Review Online. Das daraus entstandene Wissen wollen die Forscher auch anderen Wissenschaftlern für die Tumorbekämpfung zur Verfügung stellen.

Die Ergebnisse des Big-Data-Ansatzes mit KI-Unterstützung beinhalten mehr als 2000 Gene, deren Ausdruck sich auf die Überlebenschancen eines Patienten auswirken. Dank des so entstandenen Krebsatlas können die Forscher nun sagen, welche dieser Gene sich bei was für einem Tumor wie auswirken – manche davon können die Tödlichkeit eines Tumors steigern, andere wiederum senken diese.

Die Forschung an den genetischen Ursachen für Krebs könnte dereinst helfen, zumindest einige Varianten der Krankheit an der Quelle zu bekämpfen: Tumorzellen sind körpereigenes Gewebe, das durch eine Mutation außer Kontrolle gerät und sich ungewollt schnell vervielfältigt. Bösartige Tumore bilden dabei Methastasen und breiten sich im Körper aus – aber auch gutartige Tumore gefährden die Gesundheit.

Der Krebsatlas ist Teil eines größeren Projekts, bei dem alle von menschlichen Genen produzierten Proteine kartografiert werden sollen. Dieses seit 2003 andauernde Programm dürfte sich auch für die Medizin jenseits der Krebsforschung nutzen lassen. Die Verbindungen von spezifischen Genen mit einzelnen Tumorarten könnten nun allerdings erst einmal helfen, die Chemotherapie eines Patienten besser zu personalisieren und sie an die jeweilige Charakteristik des Tumors anzupassen. So lassen sich Heilungschancen verbessern und Nebenwirkungen verringern.