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Ebola hat 40 Jahre nach dem ersten Ausbruch endlich einen Gegner

Matt Burgess 23.12.2016

Ein Ebola-Ausbruch wie vor einigen Jahren mit mehr als 11.000 Toten könnte künftig verhindert werden: Ein neuer Impfstoff erwies sich im Test als sehr effektiv.

Nach vier Jahrzehnten Forschung haben Wissenschaftler offensichtlich endlich effektiven Impfschutz gegen das Ebola-Virus entwickelt. Im Fachblatt The Lancet beschreiben die beteiligten Forscher die Wirkung der Impfung als „100prozentigen Schutz“. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte den Test des Impfstoffes in Auftrag gegeben.

Bisher hat allerdings keine Regluationsbehörde den Impfstoff rVSV-ZEBOV für den Masseneinsatz genehmigt. Allerdings sprechen die Fakten für sich: Von den gut 5800 Menschen in Guinea, West Afrika, erkrankte zehn Tage oder später niemand an Ebola.

„Diese beeindruckenden Ergebnisse kommen für diejenigen zu spät, die ihr Leben durch Ebola verloren haben“, sagte Marie-Paule Kieny von der WHO. „Aber wenn eine erneute Ebola-Epidemie auszubrechen droht, werden wir uns verteidigen können.“ Von 2013 bis 2016 starben in mehreren Ländern Afrikas insgesamt gut 11.300 Menschen.

Es seien nun 300.000 Portionen des Impfstoffs für den Fall eines neuen Ausbruchs im Lager, teilt die WHO mit. Der Erfolg des neuen Impfstoffs hatte sich schon im Sommer 2015 abgezeichnet, nun wurden abschließende Beurteilungen veröffentlicht.

Die Testmethode, die in diesem Fall angewandt wurde, stammt aus dem Vorgehen bei der Pockenimpfung: Die so genannte Ring-Impfung. Ein mit Ebola infizierter Mensch ist dabei der Referenzfall. Nun werden die Menschen gesucht, die mit diesem Kontakt hatten. Familie, Nachbarn, Freunde, Kollegen. Um die Wirkung des Impfstoffs bewerten zu können, wurde die Hälfte dieser Menschen geimpft. Die andere Hälfte bekam den Impfstoff erst drei Wochen später. Alle Menschen mit Ansteckungsrisiko werden so geimpft (im Gegensatz zum Placebo-Versuch muss also niemand fürchten, ungeschützt zu bleiben).

Im Juli 2015 war die WHO kritisiert worden, nicht ausreichend schnell und umfassend auf den Ebola-Ausbruch reagiert zu haben. In einer Studie von Oxfam hieß es, die Weltgesundheitsorganisation habe „weder die Kultur noch die Ausstattung“, um auf globale Notfallsituationen zu reagieren. 

Dieser Artikel erschien zuerst bei WIRED UK.
Das Original lest ihr hier.

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