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Dreimal Deutschland, bitte! So viel Fläche bräuchte unser Planet jetzt

Katharina Nickel 10.08.2016 Lesezeit 3 Min

Wie viele Erden brauchen wir? Neue Studien zum Welterschöpfungstag zeigen, welche Fläche wir mit unseren heutigen Ressourcenverbrauch eigentlich benötigen würden. Im Ranking steht Deutschland nicht gut da. 

Ab dem Welterschöpfungstag entnehmen wir unserem Planeten mehr Ressourcen, als theoretisch vorhanden sind, um die Bedürfnisse der Weltbevölkerung im gleichen Jahr zu befriedigen (Lebenserhaltung, Ressourcen). 2016 fiel dieser Tag auf den 8. August. Das Datum wird jedes Jahr vom Global Footprint Network errechnet, einem internationalen Think Tank. Die Grundlage dafür ist der Wert des Ökologischen Fußabdrucks. Der bestimmt, wieviel Fläche des Planeten die Menschheit jährlich braucht braucht. Gemeint ist Anbaufläche, Lebensraum, Wasservorkommen.

Fatal damit zusammen hängt auch die Biokapazität der Erde, die beschreibt, welche natürlichen Materialien unser Planet auf der anderen Seite produzieren kann, um die von Menschen erzeugten Abfallstoffe wie etwa Treibhausgase zu absorbieren. Sie ist das Gegenstück zum Ökologischen Fußabdruck. Kurz um: Wieviel Platz braucht der Mensch, wieviel die Welt.

 

Die Messungen von Global Footprint geben Antworten auf die Frage: Wie viel Fläche benötigten wir, wenn die Weltbevölkerung lebte wie -bitte Nation einfügen-?

In der Grafik ist Australien der Spitzenreiter und damit das Negativbeispiel Nummer 1. Würden wir so leben wie die Australier, benötigten wir 5,4 Planeten, um das ganze Jahr über versorgt zu sein. Deutschland liegt auf Platz 6. Bei seinem derzeitigen Rohstoffverbrauch würde die Weltpopulation 3,1 Erden brauchen.

Der Ökologische Fußabdruck kann für Personen, Industrien, Gemeinschaften oder Länder ermittelt werden. Im selben Bericht schätzten die Klimaforscher, dass 2030 im Durchschnitt mehr als zwei Planeten nötig sein werden, um die Bedürfnisse aller Erdenbewohner zu decken.

Im Ländervergleich belegt Südkorea den ersten Platz: Eigentlich würden 8,4 Südkoreas benötigt, um den Ressourcenverbrauch seiner Einwohner zu sichern. Deutschland folgt an neunter Stelle mit 2,3 Bundesrepubliken. 

 

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Eine Lösung für die drastischen Entwicklungen wurde auf der UN-Klimakonferenz in Paris im Dezember 2015 diskutiert. Das Ergebnis: 200 Länder einigten sich darauf, dass der CO2-Ausstoß weltweit vor 2050 auf null sinken muss. Die Erderwärmung soll damit auf unter 2 Grad Celsius begrenzt werden.

Damit eine klimafreundliche Lebensweise zur Norm werde, müsse aber noch einiges getan werden, sagt Mathis Wackernagel, Mitbegründer und CEO von Global Footprint Network in einer Pressemitteilung. „Das Gute ist, dass dies mit der heutigen Technologie möglich und sogar lukrativ ist. Dies wird neue Wirtschaftsbereiche stimulieren.  Gleichzeitig reduzieren sich Risiken und Kosten von ungeeigneter Infrastrukturen oder von Klimaereignissen.“

Mit seinen – teils methodisch umstrittenen – Messungen will Global Footprint ein Bewusstsein für ein ressourcenbewusstes Leben schaffen. Im Laufe der vergangenen vier Jahrzehnte hat sich der Welterschöpfungstag konsequent um ein bis drei Tage nach vorne verschoben. Im vergangenen Jahr wurde er auf den 15. August datiert.