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Fusionsenergie soll in 15 Jahren einsatzbereit sein

WIRED Staff 12.03.2018 Lesezeit 2 Min

Bis 2033 will ein Team des Massachusetts Institute of Technology Fusionsenergie so weit entwickeln, dass sie kommerziell ins Netz eingespeist werden kann. Das Forschungs- und Entwicklungsprojekt soll mit der Investition eines italienischen Stromkonzerns finanziert werden. Die Zielsetzung wirkt in Anbetracht anderer Forschungsvorhaben in Sachen Fusionsreaktoren sehr ambitioniert.

Der italienische Energiekonzern Eni hat mit 50 Millionen US-Dollar eine Firma namens Commonwealth Fusion Systems finanziert, mit der das MIT einen funktionsfähigen Fusionsreaktor entwickeln soll. Wie Technology Review schreibt, sollen in diesem Rahmen in schneller Folge Experimente durchgeführt werden, damit das Projekt bis 2033 ans Netz gehenund so dabei helfen kann, den Klimawandel mit sauberer Energie zu bekämpfen.

Wie Futurezone schreibt, soll der Fusionsreaktor des Projekts 200 Megawatt produzieren, vergleichbar mit einem kleineren konventionellen Atomkraftwerk. Der Reaktor soll, anders als etwa die deutsche Anlage Wendelstein 7-X (ein sogenannter Stellerator), dem Typ Tokamak entsprechen, also das Plasma mit starken Magnetfeldern einschließen, deren Strom teils durch das Plasma selbst geleitet wird. Die dazu notwendigen Magnete will das MIT in den kommenden drei Jahren bauen. Dieser Arbeitsschritt wird bereits 30 Millionen US-Dollar des Budgets verbrauchen — dann können laut Plan die ersten Experimente beginnen.

Bereits seit vielen Jahrzehnten liegt die Kernfusion als Energiequelle laut ihren Forschern immer eine Generation in der Zukunft. Die Aussage des MIT-Teams, ihr Projekt werde innerhalb von 15 Jahren Früchte tragen, ist entsprechend kritisch zu betrachten. Sollte dieses oder eines der anderen Forschungsvorhaben jedoch den Durchbruch bringen, könnte das eine relativ saubere und sichere Energiequelle für die Menschheit bedeuten — und damit ein schnelleres Ende fossiler Brennstoffe.