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Sauberes Wassereis auf dem Mars entdeckt

WIRED Staff 12.01.2018 Lesezeit 2 Min

Auf Aufnahmen des Mars Reconnaissance Orbiters (MRO) der NASA haben Wissenschaftler durch Erosion freigelegtes Wassereis entdeckt. Gleich acht Regionen auf dem Mars haben offene Eisflächen — und diese wären mit ihrer Sauberkeit durchaus für die bemannte Erforschung des Roten Planeten nutzbar.

Die Autoren des Papers Exposed subsurface ice sheets in the Martian mid-latitudes haben von der HiRISE-Kamera des MRO aufgenommene Daten analysiert. Dabei haben sie an acht Stellen geologische Abbrüche entdeckt, die das unter der Marsoberfläche liegende Eis freigelegt haben. Die Daten liefern dabei nicht nur Informationen zur Dicke und Tiefe der Eisschicht im Boden, sondern geben auch Hinweise zu deren Beschaffenheit, schreibt WIRED US.

Das Wasser unter der Marsoberfläche beginnt den Beobachtungen nach wenige Meter unter der Oberfläche und erstreckt sich als dicke Schicht bis zu 100 Meter in die Tiefe. Da die Lichtreflexion dieser Abbruchareale sehr hell ist, gehen die Forscher davon aus, dass das Wassereis sauber ist: Bislang auf dem Mars beobachtetes Eis war meist mit Bodenelementen vermischt.

Sauberes Wassereis würde nicht nur einen Einblick in die Klimageschichte des Mars geben, wie ihn Eiskernbohrungen auch auf der Erde erlauben: Gibt es Spuren von Leben auf dem Roten Planeten, ist die Chance groß, diese hier zu finden. Auch überlegt die NASA, wie bei einer bemannten Marsmission Wassereis zur Versorgung der Astronauten mit Sauerstoff und Trinkwasser genutzt werden könnte. Da wäre ein Vorkommen, das ohne tiefe Bohrungen zu erreichen ist, hilfreich — und leichter zu nutzen, als Eis in Bodensubstrat.

Die beobachteten Eisflächen befanden sich allesamt zwischen 55 und 60 Grad vom Äquator entfernt. Die meisten Marsmissionen landen in den wärmeren Zonen des Planeten, maximal 30 Grad vom Äquator entfernt, um die Ausrüstung vor Kälte zu schützen. Wärmeres Wetter zwingt die Eisschicht nach Vermutungen der Wissenschaft allerdings tiefer in den Boden, wo sie für potenzielle bemannte Missionen schwerer zu erreichen wäre. Die Suche nach weiteren Freilegungen in den bereits vorhandenen Bilddaten läuft allerdings noch.