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Ameisen könnten der Schlüssel zu ewiger Jugend sein

Emily Reynolds 04.02.2016 Lesezeit 2 Min

Haben britische Forscher das Geheimnis ewigen Jungseins gelüftet? Fast. Zumindest ahnen sie, warum es Tiere gibt, die nicht altern. Dafür beobachteten sie Ameisen, die Erstaunliches leisteten.

Ob wir uns nun stets mit hochwertiger Gesichtscreme einmassieren oder unseren Körper mit komplexem Muskeltraining fit halten: Wir werden immer älter. Körper und Geist verfallen langsam aber sicher. Wenn man ein Mensch ist. Ameisen hingegen — zumindest einige Arten — altern überhaupt nicht, wie Forscher herausgefunden haben.

Die entsprechende Studie wurde in den Proceedings oft the Royal Society veröffentlicht und besagt, dass die Ameise Pheidole dentata bis zu ihrem Tod offensichtlich unverändert bleibt. Rund 140 Tage alt wird sie unter Laborbedingungen — „jung“ bis zur letzten Minute.

Für die Studie wurden hunderte solcher Ameisen dabei beobachtet, wie sie Alltagsaufgaben verrichteten. Dann untersuchten Spezialisten die Tiere, um herauszufinden, ob die Ameisen ähnlich wie Menschen nach einer Weile tote Gehirnzellen aufweisen, weniger Neurotransmitter im Blut haben und bei den täglichen Routinen langsamer werden. Die Forscher fanden nichts. Die Ameisen lebten bis zum Tod unverändert.

„Wir wussten, dass Ameisen in ihrem Leben dazulernen und irgendwann dann sehr gut in dem sind, was sie machen“, sagt James Traniello, einer der Autoren der Studie. „Aber wir hätten erwartet, dass nach dieser Aufwärtskurve dann eine Abwärtskurve folgt.“ Fast das Gegenteil sei der Fall gewesen: Manche der Tiere hätten noch kurz vor ihrem Tod neue Fähigkeiten entwickelt.

All das ist leider kein Hinweis darauf, dass ewiges Leben möglich ist. Die Studie sagt letztlich vor allem, dass Ameisen möglicherweise durch ihr hochentwickeltes Sozialgefüge ihre Gehirne besser gegen Umwelteinflüsse schützen und sie deshalb effektiver nutzen. Weitere Studien sollen deshalb folgen. „Wir konnten uns noch nicht ganz erklären, wie die Ergebnisse einzuordnen sind. Da müssen wir noch weiter recherchieren“, sagte Traniello.