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Ein neuronales Netzwerk lässt Filmklassiker wie die Werke bekannter Maler aussehen

Benedikt Plass-Fleßenkämper 13.05.2016

Spätestens seit Google Deep Dream weiß man, dass neuronale Netzwerke erstaunliche Kunstwerke kreieren können. Ein neues Verfahren von Forschern der Universität Freiburg demonstriert weitere Einsatzmöglichkeiten lernfähiger Algorithmen: Sie verleihen beliebigen Filmen den Look von Werken bekannter Maler wie van Gogh oder Picasso.

Googles Deep Dream und Projekte wie The Next Rembrandt haben in jüngerer Vergangenheit auf beeindruckende Weise demonstriert, wie neuronale Netzwerke die Arbeitsweise unseres Gehirns adaptieren und menschliches Denken nachahmen können.

Das war vor einigen Jahren noch undenkbar, lernfähige Algorithmen benötigen entsprechende Rechenpower. Die ist mittlerweile vorhanden – und ermöglicht es KI-Entwicklern, immer spannendere Resultate zu erzielen.

+++ „Wenn ein KI Kunst erzeugt, ist immer der Programmierer der Künstler“, sagt der britische Wissenschaftler Andres Guadamuz +++

Wie in der Studie Artistic style transfer for videos von Wissenschaftlern der Universität Freiburg: Das Team um Manuel Ruder hat ein Verfahren entwickelt, ihren Algorithmus mit Werken berühmter Malern zu füttern, der anschließend beliebigem Videomaterial den Stil der alten Meister verleiht.

Der Animationsfilm Ice Age bekommt den Stil von Van Goghs Sternennacht verpasst

So diente beispielsweise Vincent van Goghs Sternennacht als Basis für den Animationsfilm Ice Age sowie Miss Marple, und Der Schrei des norwegischen Malers Edvard Munch wurde für den für den computergenerierten Kurzfilm Sintel genutzt. Auch mit Arbeiten von Pablo Picasso, Henri Matisse, Wassily Kandinsky und William Turner experimentierten die Freiburger Forscher und verwendeten diese unter anderem für Filmklassiker wie Star Wars und Das Dschungelbuch.

Der Zeitaufwand für die Berechnung eines Bildes hält sich den Akademikern zufolge in Grenzen: Laut Studie dauert sie mit einer Highend-Grafikkarte wie der Nvidia Geforce GTX Titan X bei einer Auflösung von 1024x436 Pixeln derzeit rund drei Minuten. Wir können uns in Zukunft also wohl noch auf weitere bizarre Filmexperimente freuen.

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