/Science

Studie: So wichtig sind Bots bei der Verbreitung von Fake News

WIRED Staff 08.08.2017

Eine erste systematische Studie hat die Auswirkungen von Social Media Bots auf die Verbreitung von Fake News untersucht. Das Ergebnis zeigt nicht nur die Relevanz automatisierter Accounts auf Twitter, sondern auch mögliche Strategien, um Fake News effektiver zu bekämpfen.

Die Studie einer Forschungsgruppe unter der Leitung von Chencheng Shao an der Indiana University in Bloomington hat die Verbreitung falscher Informationen auf Twitter untersucht. Wie MIT Technology Review berichtet, ist dies die erste groß angelegte systematische Studie des Phänomens Fake News, das die Welt in den letzten Jahren immer mehr beeinflusst hat.

Basis der Studie ist eine Liste von 122 Webseiten, die laut Fact-Checking-Organisationen wie Snopes.com, Politifact.com und Factcheck.org hinter der Verbreitung von Fake News stecken. Aufgrund der Tatsache, dass viele Seiten ihre Fake News als Satire bezeichnen, wurden dabei allerdings auch durchaus humorvoll gemeinte Seiten in die Studie einbezogen. 400.000 Aussagen der Fake-News-Portale wurden im Rahmen der Untersuchung bei ihrer Verbreitung durch Twitter beobachtet — dank der maschinellen Analyse von 14 Millionen Tweets.

In der Studie konnten die Forscher vergleichen, wie Bots und menschliche Nutzer Fake News und Faktenchecks verbreiten. Dazu haben sie gleich zwei nützliche Tools entwickelt, nämlich Hoaxy zur Verfolgung von Fake News und Bolometer für die Identifizierung von Bots. So konnten sie feststellen, dass Fake News deutlich stärker von Bots verbreitet werden als von Menschen. Social Media Bots verteilen die entsprechenden Tweets vor allem direkt nach der Veröffentlichung eines Artikels und richten sie gezielt an menschliche Nutzer mit Reichweite, um sie weiter zu verbreiten.

Die Ausbreitung von Fake News ließe sich laut den Autoren der Studie effektiv bekämpfen, wenn bestimmte Arten von Social Media Bots verboten und gesperrt würden. Diese von regulären Bots mit sinnvollen Funktionen zu unterscheiden, wäre allerdings schwierig. Auch würden Regeln meist nur innerhalb von bestimmten Landesgrenzen gelten. Tatsächlich wäre es also Aufgabe der Betreiber von Sozialen Medien, an diesem Punkt anzusetzen, damit sich langfristig etwas bessern kann.

Jetzt WIRED Member werden und mit uns in die Zukunft starten!

Mit im Paket: 4 Magazin-Ausgaben im Jahr und der Member-Zugang zu exklusiven Inhalten auf WIRED.de sowie weitere Vorteile nur für Member.

Member werden