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Unbekannte Wesen könnten unter der Antarktis leben

WIRED Staff 11.09.2017 Lesezeit 2 Min

Eishöhlensysteme nahe den aktiven Vulkanen der Antarktis könnten Lebensraum für eigene Ökosysteme mit bisher ungeahnter Vielfalt von Pflanzen und Tieren bieten: Wissenschaftler der Australia National University haben DNA-Spuren von unidentifizierten Lebewesen aus einem Tunnelsystem unterhalb des Vulkans Mount Erebus entdeckt.

Proben aus den Höhlen unter dem Mount Erebus auf Ross Island enthielten DNA-Spuren, die nicht vollständig identifiziert werden konnten. Die Höhlen sind ein verzweigtes System von Tunneln, die von heißen Dämpfen des Vulkans ausgehöhlt wurden. Nun vermuten die Forscher um Dr. Ceidwen Fraser dort bislang unbekannte Lebensräume und ganze Ökosysteme, berichtet Newsweek – die Grundlage dafür sei in Form von Licht und Wärme ausreichend vorhanden.

In ihrer Studie konnten die Forscher in Bodenproben vom Mount Erebus und drei weiteren Vulkanen viele Arten von Moos, Algen, Gliederfüßern und Fadenwürmern feststellen. Das stützt ihre Vermutung, dass sich in den vulkanisch aktiven Gebieten der Antarktis in Höhlensystemen eine große Biodiversität findet – trotz der lebensfeindlichen Umgebung draußen, ähnlich wie bei Thermalquellen auf dem Boden der Tiefsee.

Alles, was ein kleines Ökosystem benötigt, bieten die Höhlen laut Fraser: Es kann dort bis zu 25 Grad Celsius warm werden und nahe den Eingängen und in einigen Höhlen mit dünnerer Eisdecke gibt es Licht. Damit ist die Energieversorgung von Leben gesichert.

Spannend sind für die Forscher dabei vor allem die nicht identifizierten DNA-Spuren aus ihren Proben. Sie vermuten neue Pflanzen- und Tierarten in den Höhlen, die sich nur mit weiteren Expeditionen nachweisen und entdecken lassen. Mount Erebus ist dabei für die gründlichere Erforschung prädestiniert: Wenige Kilometer entfernt liegt mit der McMurdo Station die größte Logistikbasis auf dem antarktischen Kontinent, die im Sommer bis zu 1100 Einwohner zählt.

Die Mitautorin der Studie, Laurie Conell, sagte darüber: „Die nächsten Schritte werden eine nähere Erforschung der Höhlen und eine Suche nach lebenden Organismen sein. Wenn diese existieren, öffnet das eine Tür zu einer aufregenden neuen Welt.“