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Andere Sonnensysteme haben auch schöne Planeten

WIRED Staff 15.12.2017 Lesezeit 2 Min

Per Google-KI hat die NASA in Beobachtungsdaten des Kepler-Weltraumteleskops einen neuen Exoplaneten entdeckt. Damit erhöht sich die Zahl der bekannten Planeten im Sternsystem Kepler-90 auf acht. Der Stern in der Draco-Konstellation kommt auf die gleiche Anzahl von Planeten, wie unser eigenes Sonnensystem.

Die Entdeckung aus einem Forschungsprojekt von Christopher Shallue und Andrew Vanderburg nimmt unserem Sonnensystem nicht nur einen Teil seiner Einzigartigkeit: Vermutlich ist sie nur die erste von vielen neuen Entdeckungen, da die beiden Forscher ein neurales Netzwerk von Google auf die Entdeckung von Exoplaneten in Daten des Weltraumteleskops Kepler trainiert haben. Wie die NASA schreibt, dürfte die Auswertung der von dem Satelliten erfassten Daten noch für viele Jahre neue Erkenntnisse liefern.

Kepler-90i umkreist sein Muttergestirn in nur 14,4 Tagen und hat eine durchschnittliche Oberflächentemperatur von etwa 420 Grad Celsius, vergleichbar mit Merkur. Der neuentdeckte Planet ist etwa 30 Prozent größer als die Erde und zieht seine Bahn sehr nah an seiner Sonne. Alle acht bislang um Kepler-90 entdeckten Planeten befinden sich innerhalb eines Abstandes zum Stern, der dem zwischen der Erde und der Sonne entspricht.

Shallue ist eigentlich Softwareentwickler bei Google und hatte die Idee, per KI nach Exoplaneten zu suchen, in seiner Freizeit. Er stieß bei Internetrecherchen auf das Problem, dass in der modernen Astronomie mehr Daten generiert werden, als sich sinnvoll nach Auffälligkeiten durchsuchen lassen. In den Daten von Kepler befinden sich zwar 35.000 Kandidaten für Exoplaneten — unauffälligere Beobachtungen fallen aber leicht durch das Raster.

Neben dem achten Planeten im Sternsystem Kepler-90 hat die KI der Forscher auch einen sechsten Planeten bei Kepler-80 entdeckt, wie in ihrem Paper nachzulesen ist. Nun planen die beiden Autoren der Studie, ihre Methode auf alle Sterne in der Kepler-Datenbank anzuwenden. Per Big Data werden dann 150.000 Sonnen auf Exoplaneten untersucht.