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Yahoo-Hack: Die US-Justiz klagt Russen an

WIRED Staff 16.03.2017

Das US-Justizministerium hat zwei russische Geheimdienstmitarbeiter und zwei angeheuerte Hacker in der Causa Yahoo beschuldigt. Im ersten Fall, in dem eine amerikanische Behörde russische Agenten direkt eines Cyberverbrechens anschuldigen, sollen eine halbe Milliarde E-Mail-Adressen kompromittiert worden sein. Dieser und zwei weitere größere Sicherheitsvorfälle hatten zuletzt auch den Kaufpreis von Yahoo bei der Übernahme durch Verizon heruntergedrückt.

Zwei Agenten und zwei Zivilisten sollen für den Diebstahl von 500 Millionen Nutzeraccount-Daten im Jahr 2014 bei Yahoo verantwortlich sein. Der russische Geheimdienst FSB soll diese Mengen an Informationen genutzt haben, um US-Beamte, russische Journalisten aber auch Mitarbeiter von IT-Unternehmen auszuspionieren, sagte die Generalstaatsanwältin Mary McCord auf einer Pressekonferenz. Davon berichtet Re/Code.

Von den vier Beschuldigten sind derzeit zwei in Haft: Der FSB-Agent Dmitry Aleksandrovich Dokuchaev wurde in seiner russischen Heimat im Dezember wegen des Verdachts auf Geheimnisverrat festgenommen und der angeheuerte Hacker Karim Baratov wurde am Dienstag in Kanada verhaftet. Die anderen drei Verdächtigen werden nun per internationalem Haftbefehl gesucht, dürften sich aber in Russland weiterhin frei bewegen können —  ein Sprecher der russischen Botschaft in Moskau sagte, es gäbe keine offizielle Reaktion der Regierung, berichtet die New York Times.

Die öffentlichen Anschuldigungen durch das US-Justizministerium dürften die kriselnden Beziehungen zwischen Russland und den USA noch einmal belasten. Die Details der Klagepunkte werfen allerdings auch ein Licht auf die Arbeitsweise der Agenten und ihrer angeheuerten Helfer: Alexsey Belan etwa, der als Freelancer für den Geheimdienst an dem Hack beteiligt war, sorgte zum Beispiel bei dieser Gelegenheit auch gleich für eigenen Profit, indem er auf Yahoo Suchanfragen nach Medikamenten für Potenzstörungen auf eine Seite umleitete, für die er eine Kommission erhielt, schreibt TechCrunch. Die Hacker hatten also nicht nur Zugriff auf E-Mail- und Accountdaten von Nutzern, sondern auch auf die grundlegenden Funktionen von Yahoo als Suchmaschine. Was dabei noch geschehen sein mag, bleibt vorerst unbekannt.

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