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Diese Podcasts über Wissenschaft solltet ihr hören!

Michael Förtsch 18.04.2017

Was besagt die String-Theorie? Welchen Einfluss hätte ein Ionenantrieb auf die Welt? Und wie gelingt es eigentlich, Wissenschaft für Laien nachvollziehbar zu machen? WIRED hat für euch elf Podcasts rausgesucht, die aktuelle Forschung und komplexe Erkenntnisse verständlich und zum Teil sehr unterhaltsam präsentieren.

Das Internet, die Mikrowelle und so ziemlich alle anderen Errungenschaften, die unsere moderne Gesellschaft prägen, verdanken wir der Wissenschaft. Ebenso wie die Gewissheit, dass die Erde rund ist, die Gravitation uns am Boden hält und schwarzen Löchern selbst das Licht nicht entkommen kann. Ständig werden neue Studien angestoßen, um mehr über die Regelwerke unseres Universums herauszufinden. Ebenso werden Forschungsprojekte initiiert, die helfen könnten, Krankheiten zu besiegen, uns in die Tiefen des Alls zu bringen oder uns selbst besser zu verstehen.

Jedoch bleibt oft unverständlich, wie Wissenschaftler arbeiten, oder was ihre Forschung eigentlich bedeuten kann. Welchen Einfluss könnten etwa die Genschere CRISPR Cas9 oder ein Ionenantrieb auf unsere Welt haben? Was besagt die String-Theorie und wieso kritisieren viele Forscher die Homöopathie? Genau da versuchen wortgewandte Wissenschaftler, Hobby-Forscher und Journalisten Abhilfe zu schaffen. In ihren Podcasts erklären sie Wissenschaft in verständlichen Worten, schlüsseln Themen nachvollziehbar auf und lassen aktive Forscher über ihre eigene Arbeit zu Wort kommen.

WIRED Germany präsentiert euch elf Podcasts, die euch Wissenschaft ins Ohr flüstern.

Omega Tau
Schon seit 2008 betreiben die Elektroingenieurin Nora Ludwig und der Softwareentwickler Markus Völter den Wissenschaftspodcast Omega Tau. Im Duett und mit Gästen reden sie über Forschungsprojekte wie den Freie-Elektronen-Laser XFEL oder Aktuelles als auch Historisches aus der Luft- und Raumfahrt. Ebenso besuchen die beiden Podcaster Standorte wie das DLR-Institut für Physik der Atmosphäre und erklären Themen wie die String-Theorie, Krisenmanagement und Raketentechnik von Grund auf. Die über 240 Folgen sind mit Hingabe produziert, oft ausführlich und immer interessant.

Methodisch inkorrekt
Die Experimentalphysiker Nicolas Wöhrl und Reinhard Remfort arbeiten an der Universität Duisburg-Essen – und sind manchem vielleicht schon als Science-Slammer bekannt. In ihrem bereits über 80 Folgen starken Podcast Methodisch inkorrekt stellen sie vor allem abwechslungsreiche Neuigkeiten aus der Forschung vor und schlüsseln Studienergebnisse so auf, dass sie auch für Nichtwissenschaftler verständlich werden. Dazu gibt’s oft auch noch ein kreatives Experiment. Von denen lässt sich das ein oder andere sogar zu Hause nachstellen. Methodisch inkorrekt ist locker und geistreich.

Talk Nerdy
Cara Santa Maria ist Neurobiologin, Wissenschaftsjournalistin aber allem voran, wie sie selbst gerne sagt, ein totaler Nerd. Für ihren Podcast Talk Nerdy lädt Maria stets Gäste ein und spricht mit ihnen über sie selbst, ihre jeweiligen Fachgebiete und teils auch abseitigen Interessen. Das sind Wissenschaftler wie die NASA-Forscherin Amber Straughn, der Astronom Phil Plait oder auch mal die Make-up-Expertin Val Harvey. Die rund einstünden Gespräche sind angenehm gesellig, lapidar und bleiben nur selten oberflächlich, sondern werden tatsächlich gerne mal echt nerdig.

Das Geheime Kabinett
Der Archäologe Mirko 'Der Buddler' Gutjahr beweist in seinem Podcast Das Geheime Kabinett, dass Geschichte nicht nur staubtrocken, sondern auch spannend und äußerst bizarr sein kann. Denn darin befasst er sich mit den unbekannten und schrägen Ecken unserer Historie. Er berichtet er vom elfeinhalbten Präsidenten der Vereinigten Staaten, geht der Frage nach, warum Menschen eigentlich an antiken Statuen rumrubbeln oder was ein löchriger Stuhl im Vatikan zu suchen hat. Die zumeist 15 Minuten langen Episoden erheitern und verblüffen immer wieder aufs Neue.

StarTalk Radio
Bereits seit acht Jahren betreibt der vom Netz verehrte Astrophysiker Neil deGrasse Tyson seine Sendung StarTalk Radio. In der redet er mit teils prominenten Gästen über Wissenschaft und ihrem Niederschlag im Alltag und der Popkultur. So eruiert deGrasse Tyson, wie Teleskope funktionieren, spekuliert mit Fernsehautor Eugene Mirman darüber, was wirklich hinter UFO-Sichtungen steckt, redet mit Morgan Freeman über Wurmlöcher und geht der Frage nach, wie es wohl den tierischen Astronauten der frühen Raumfahrt ergangen ist. Die Themen werden dabei stets fundiert aber auch immer mit einer Prise Humor behandelt.

Kulturkapital
Kultur kann vieles sein: Vom Theater über die Oper, dem Roman, der TV-Serie bis hin zum Meme und Videospiel. Die Medienpädagogin Tine Nowak widmet sich in Kulturkapital daher so etwa allem, was einer kulturwissenschaftlichen und medientheoretischen Betrachtung würdig ist. Sie spricht mit Gästen über Bücher und Buchmessen, Games im Studiun und Augmented-Reality-Videospiele. Gleichsam nimmt sie sich Themen wie E-Learning und der Digitalisierung von Schrift an. Die Folgen sind jeweils rund eineinhalb Stunden lang aber trotzdem angenehm kurzweilig.

Stuff to Blow Your Mind
Die Wissenschaft, Wissenschaftler und manche ihrer Erkenntnisse können dann und wann schon recht absurd oder merkwürdig sein. Eben dieser so verqueren wie faszinierenden Seite nimmt sich Stuff to Blow Your Mind an. Robert Lamb, Christian Sager und Joe McCormick erörtern Themen wie das Uncanny Valley, gehen der Frage nach, was Mandalas mit simulierten Welten zu schaffen haben oder wieso psychisch gesunde Menschen manchmal daran denken, sich von Gebäuden oder Brücken zu werfen. Das ist originell, unterhaltsam und zeitweise etwas erschreckend.

Psychotalk
Was treibt Menschen dazu, zu tun und zu glauben, was sie tun und nun einmal glauben? Genau darum geht es in Psychotalk von Alexander Waschkau, Sebastian Bartoschek und Sven Rudloff. Zwischen zwei und drei Stunden debattieren die Psychologen, wie sich Psychologie im Alltag manifestiert und was sich hinter so manch nebulösen Fachbegriff verbirgt. Sie philosophieren unter anderem darüber, wieso Verschwörungstheorien funktionieren, analysieren was es mit traumatisierten Comic-Helden auf sich hat und erklären, was Schizophrenie abseits der TV- und Kinowirklichkeit bedeutet.

The Skeptics’ Guide to The Universe
Was sagen Studien über die Wirksamkeit von Homöopathie, wie geht’s dem Seeungeheuer Illie und was tut sich sonst gerade rund um den Grabenkampf zwischen Wissenschaft und Pseudowissenschaft? Darüber berichtet einmal die Woche der Podcast The Skeptics’ Guide to The Universe von der New England Skeptical Society. Darüber hinaus stellen der Neurologe Steven Novella und seine Gäste vergessene Helden der Wissenschaft vor und klären die Richtigkeit von Alltagsmythen. Die 80 Minuten langen Folgen sind professionell produziert, amüsant moderiert und oft erhellend.

Bredow Cast
Die Journalistin und Kommunikationswissenschaftlerin Daniela Friedrich widmet sich im Bredow Cast gänzlich der Forschung rund um Medien, Meinungsbildung und Kommunikation. Dafür spricht sie in bislang 25 Folgen mit Wissenschaftlern und Experten. Sie reden darüber, wie Facebook und andere Social Networks unseren Blick auf die Welt formen, wie Medien und Macht zusammenhängen und wie zeitgemäße Wissenschaftskommunikation funktionieren kann. Gestützt wird die Produktion vom Hans-Bredow-Institut, einer Stiftung die sich der Erforschung von Kommunikation und Medien verschrieben hat.

KonScience
Seit 2013 finden sich die Wissenschaftlerinnen Mariëlle van Toor und Katrin Leinweber immer wieder, wenn auch recht unregelmäßig, am Mikrophon zusammen. In ihrem Podcast KonScience diskutieren entspannt über aktuelle Neuigkeiten aus der Wissenschaft und insbesondere der Biologie und Genetik. Dabei erklären sie nachvollziehbar, was die Gen-Schere CRISPR Cas9 bewirken kann und was wir von Krebs-resistenten Nacktmullen lernen könnten. Ebenso werden aber auch neue Batterie-Technologien oder der Wissenschaftsbetrieb im Allgemeinen besprochen. Das ist oft aufschlussreich und ziemlich charmant.

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