/Business

WIRED empfiehlt: Motivierende TED-Talks für 2018

Benedikt Plass-Fleßenkämper 27.12.2017 Lesezeit 4 Min

Wie sieht der innerstädtische Verkehr der Zukunft aus? Welche Vorteile bietet das Bedingungslose Grundeinkommen? Und wieso lässt uns die globale Erwärmung so kalt? Diesen und weiteren Fragen widmen sich die TED-Vorträge, die wir euch für den Start ins Jahr 2018 empfehlen. Mit dabei unter anderem: Mathematikerin Cathy O’Neil, Psychologe und Ökonom Per Espen Stoknes sowie Visionär und Seriengründer Elon Musk.

Seit über 30 Jahren bietet die Innovationskonferenz TED (Abkürzung für Technology, Entertainment, Design) Vordenkern und Visionären eine Plattform, um ihre Ideen zu verbreiten. Die Videos der Vorträge kommen längst auf über drei Milliarden Abrufe, weshalb TED-Konferenzen in den letzten Jahren immer mehr an Einfluss gewonnen haben. Doch egal, ob in der Geburtsstätte Monterey in Kalifornien, in Berlin oder am Bodensee – in allen TED-Talks steht der Gedanke an eine bessere und lebenswertere Zukunft im Vordergrund. Neben den Bereichen Technologie, Entertainment und Design sind bei der TED-Konferenz über die Jahre auch die Themen Business, Kunst, Kultur und Wissenschaft hinzugekommen.

Wir stellen euch fünf spannende und anregende Vorträge aus dem Jahr 2017 vor, die euch für das neue Jahr inspirieren sollen.

Rutger Bregman: Poverty isn’t a lack of character; it’s a lack of cash

Wie viel Energie und Kreativität könnten wir freisetzen, wenn wir uns keine Gedanken um unser Einkommen machen müssten? Bei einem ist sich Historiker und Autor Rutger Bregman sicher: Armut ist kein Mangel an Persönlichkeit, sondern der Mangel an Geld. Deshalb spricht er in seinem Vortrag über die Idee eines Bedingungslosen Grundeinkommens, erinnert an ein vergessenes Projekt, das immer noch erfolgreich läuft und träumt von der Idee einer Gesellschaft ohne Armut. Spoiler: Diese Idee ist keine neuzeitliche Erfindung, sondern schon über 500 Jahre alt!

Per Espen Stoknes: How to transform apocalypse fatigue into action on global warming

Obwohl mittlerweile die Auswirkungen der globalen Erwärmung nicht nur messbar, sondern auch für jedermann sichtbar sind, leben die meisten Menschen ihr Leben unbeeindruckt und unverändert weiter. Woran liegt das? Der norwegische Psychologe und Ökonom Per Espen Stoknes geht diesem Phänomen in seinem Talk auf den Grund. Er erklärt, welche Schutzmechanismen der Mensch aufbaut, um dem Thema Erderwärmung auszuweichen – und wie man diese Mechanismen aufbrechen kann, um ein Bewusstsein für die wohl größte Bedrohung des Homo sapiens zu schaffen.

Emily Esfahani Smith: There’s more to life than being happy

In ihrem Buch The Power of Meaning: Finding Fulfillment in a World Obsessed With Happiness stellt die Journalistin und -Autorin Emily Esfahani Smith die These auf, dass die Suche nach dem Sinn des Lebens erfüllender ist, als das Streben nach Glück. Was sie zu dieser Aussage bewegt? Die Antworten der vielen hundert Interviewpartner ihrer Studie. Denn es zeigte sich, dass sinnstrebende Menschen flexibler sind, besser arbeiten und länger leben. In ihrem Vortrag spricht die gebürtige Schweizerin über die vier Säulen für ein sinngebendes Leben – und erklärt, warum Glücklichsein vielleicht gar nicht so erstrebenswert ist, wie wir alle denken.

Cathy O’Neil: The era of blind faith in big data must end

Die Speicherung und Auswertung von Daten hat in den letzten Jahren nie gekannte Ausmaße erreicht. Banken vergeben Kredite nach Lage der Wohnung, Krankenkassen errechnen die Erkrankungsgefahr ihrer Patienten anhand von erhobenen Daten und Arbeitgeber stellen nur die Personen ein, die auf dem Papier am besten zum Unternehmen passen. Hinter all diesen Vorgängen stehen komplexe Algorithmen. Doch was ist, sollten eben diese Algorithmen Fehler aufweisen? Mathematikerin und Data-Scientist Cathy O’Neil geht dieser Frage auf den Grund und kommt zu dem Ergebnis: Die Zeit des blinden Vertrauens in solche Daten muss enden.

Elon Musk: The future we’re building – and boring

Elon Musk ist den meisten wohl als Gründer von Tesla, PayPal und SpaceX bekannt. Mit letztgenanntem Unternehmen will er die bemannte Raumfahrt zum Mars realisieren und erst vor ein paar Monaten gab er seine Pläne für eine Hochgeschwindigkeits-U-Bahn von New York nach Washington, D.C. bekannt. Auf der TED-Konferenz im April dieses Jahres sprach Musk darüber, warum die Zukunft des innerstädtischen Verkehrs unter der Erde und nicht im Himmel liegt und warum Lithium-Ionen-Batterien eine entscheidende Rolle in der privaten Nutzung von Solarenergie spielen werden.