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WikiLeaks plant eine Datenbank über Twitter-Verflechtungen

WIRED Staff 09.01.2017

Die Enthüllungsplattform WikiLeaks plant eine Datenbank über die Verhältnisse von verifizierten Twitter-Accounts zueinander: Wer interagiert auf dem Microblogging-Dienst mit wem und wie sehen mögliche Einflussnahmen aus? Dabei soll eine KI helfen, die Daten auszulesen und in Form von Grafiken zu interpretieren. Twitter selbst könnte dies allerdings verhindern.

Der Plan von WikiLeaks beinhaltet offenbar eine Netzwerkanalyse aller verifizierten Twitter-Accounts. Dies könnte auf der einen Seite als persönliches Anliegen von Julian Assange interpretiert werden, der zuletzt die Unehrlichkeit der Medien kritisiert hatte. Auf der anderen Seite hingegen dürfte es für eben diese Medien ein äußerst interessantes Werkzeug zur politischen Analyse werden. Ähnlich aufbereitet, wie bei Facebook oder LinkedIn würden sich die Geflechte von Politikern, Journalisten, Sportlern und anderen Personen des öffentlichen Lebens darstellen und überblicken lassen.

Die Pläne der Enthüller wurden in einer Reihe von Tweets über den verifizierten Account der WikiLeaks Task Force veröffentlicht und beinhalteten zunächst auch private Informationen wie Familienverhältnisse, Arbeitsplatz, finanzielle Situation und Wohnsitz aller verifizierten Twitter-Accounts. Wie Re/Code berichtet, wurde dieser erste Tweet inzwischen wieder gelöscht — die Veröffentlichung solcher Daten auch auf externen Webseiten widerspricht immerhin Twitters Politik, dass niemand den Dienst für eine Überwachungsdatenbank nutzen darf. Der Account von Guccifer 2.0 zum Beispiel war gesperrt worden, nachdem er persönliche Informationen von Mitgliedern des US-Abgeordnetenkongress auf einer Webseite veröffentlicht und dies auf Twitter beworben hatte.

Wie weit die privaten Details einer Twitter-Datenbank aus dem Hause WikiLeaks reichen kann und wird, ist zunächst noch unklar. Fest steht bereits jetzt, dass die Ankündigung zu interessanten Ergebnissen führen dürfte, wenn die Gruppierung hinter der kontroversen Enthüllungsplattform sie in die Tat umsetzt. Bis dahin heißt es allerdings zunächst einmal abwarten.

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