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Wie vererbt man eigentlich Bitcoin?

WIRED Editorial 11.12.2017 Lesezeit 2 Min

Der Wert der Kryptowährung Bitcoin steigt derzeit, wer früh einstieg, kann ganz real zum Millionär werden. Was aber, wenn der Tod den Plan durchkreuzt? Wie kommen Erben an das Geld? Das erklärt eine darauf spezialisierte Rechtsanwältin.

Erben kommen nur an das Vermögen, wenn man vorher einen Plan macht. Man muss nicht jede einzelne Münze auflisten, die man besitzt, aber es ist wichtig, einen Überblick zu schaffen, wo man Vermögen hat und wie Erben sich Zugang verschaffen können. Nach dem Motto: „Ich besitze Währung X, sie ist zugänglich über Gerät Y und Dienst/Wallet Z.“ Man könnte auch Bekannte listen, die Bitcoin-Experten sind. Wie oft die Liste aktualisiert werden muss, hängt vom Einzelfall ab: Bei Investoren ändert sich das Port­folio seit dem Hype um ICOs schnell, deswegen sollten sie sich jedes Vierteljahr automatisch daran erinnern lassen.

Wer Software-Wallets für seine Kryptowährung nutzt, virtuelle Geldbörsen für Laptop, Handy oder Browser, muss ein Wallet-Backup machen – und regelmäßig prüfen, ob es funktioniert. Mit dem Seed Word, einer algorithmisch generierten Wortfolge, können Erben (und jeder, der es kennt) die Geldbörse auf einem anderen Gerät wiederherstellen – etwa, wenn sie das Handy-Passwort des Verstorbenen nicht wissen oder sein Gerät verloren gegangen ist.

Auch bei Hardware-Wallets wie Trezor, einem PIN-geschützten USB-Stick, braucht man das Seed Word zur Wiederherstellung. Bei Paper Wallets steht der private Schlüssel auf dem Papier: Wer ihn kennt, besitzt das Geld. Vertraut man Bankschließfächern, kann man Seeds, Passwörter oder Schlüssel dort lagern, in einem versiegelten Umschlag – denn Kameras gibt es überall. Da ich viel reise, habe ich einen eigenen Safe. Daten offline zu sichern, schützt vor Hackern.

Aber es ist auch wichtig, sie vor Feuer, Wasser und Diebstahl zu schützen. Manche teilen Seed-Wörter auf diverse Dokumente auf, lagern sie an mehreren Orten oder vertrauen sie mehreren Menschen an. Das Problem: Wenn einer ein Papier verliert, ist alles weg. Leuten, die sich nicht mit Bitcoin beschäftigen, ist der Wert oft nicht bewusst. Ich empfehle in jedem Fall, mehrere Backups zu machen: Doppelt gemoppelt hält besser.
Pamela Morgan ist Rechts­anwältin. Ihre Firma Third Key Solutions hilft, Krypto-Vermögen zu verwalten – und zu vererben.

In jeder Magazin-Ausgabe stellt WIRED drei Alltagsfragen und lässt sie von Experten beantworten. In der Winter-Ausgabe November 2017 ist eine der Fragen: Wie vererbt man eigentlich Bitcoin? Die Antwort kommt von der Rechtsanwältin Pamela Morgan.