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Dreht am virtuellen Synthesizer

Cindy Michel 05.01.2018 Lesezeit 2 Min

Wer analogen Synthesizer-Sound produzieren möchte, muss normalerweise viel Geld ausgeben – die nötige Hardware ist teuer. Eine günstige Alternative bieten virtuelle Modular-Synthesizer. Jetzt gibt es sogar eine kostenlose Variante – die Open-Source Software „VCV Rack“.

Spätestens seit dem Wechsel zum neuen Jahrtausend war es ruhig um den Synthesizer-Sound der 70er und 80er Jahre geworden. Ignoriert vom Zeitgeist, wummerten und dröhnten die speziellen, elektronischen Klänge gerade mal aus Kellerräumen oder Bastelstuben, in denen nerdige Musiker an Modularsystemen Knöpfe drehten. Wer live Gigs sehen wollte, musste lange suchen.

Seit einiger Zeit begegnet uns immer wieder ein alter Nischensound, der eigentlich seit dem Jahrtausendwechsel keine Rolle mehr spielte. Nicht zuletzt Dank der Welle der Nostalgie, die der Netflix-Erfolg Stranger Things ausgelöst hat, ist er zurück: der Synthesizer-Sound der 70er und 80er Jahre. Das knapp einminütige musikalische Intro der Serie greift mit seinem analogen Sound die Klangästhetik von damals auf. Doch, wer diese Art von Musik produzieren möchte, muss viel Geld ausgeben, um sein 19-Zoll-Rack (Gestell) mit den verschiedenen Modulen zu bestücken.

Eine günstigere Alternative bieten virtuelle Synthies. Darunter etwa die virtuelle Synthesizer-Kollektion VCV Rack. Dabei handelt es sich um eine Standalone-, Open-Source-Software, die mit einem MIDI Keyboard Controller oder in Verbindung mit der DAW (Digital Audio Workstation) verwendet werden kann und kostenlos virtuelle Module einer Vielzahl namhafter Unternehmen bietet.

Um mit dem Produzieren der eigenen Synthie-Klänge per VCV Rack zu beginnen, einfach die Software herunterladen, einen Account erstellen und das Ganze installieren. Auf dem Bildschirm zeigt sich sich ein leeres, zweireihiges Rack-Gehäuse, das man beliebig bestücken kann. Die einzelnen Module werden also hineingeladen und per Maus virtuell die bunten Kabel gezogen.

Wer sein Modularsystem mit VCV Rack baut, muss auch bunte Kabel ziehen – und zwar mit der Maus.  

Ziemlich kompliziert könnte das Ganze für diejenigen werden, die noch nie mit einem Synthesizer gearbeitet haben. Doch dafür gibt es Abhilfe, etliche YouTube-Tutorials erklären das Prozedere und CDM bietet eine Anleitung zum Nachlesen mit etlichen weiterführenden Links und Screenshots. Diese Anleitungen sind wichtig, denn gerade für Neueinsteiger stellt die Open-Source-Software eine gute Möglichkeit dar, um zu testen, ob einem die Arbeit mit dem Synthesizer Spaß macht. Wer vom digitalen Gerät nicht genug kriegen kann, dem wird das analoge Knöpfedrehen, um so mehr gefallen.

VCV Rack gibt es kostenlos zum Download für Linux, Mac and Windows.