/Life

Twitter sperrt Werbeanzeigen russischer Medien

WIRED Staff 27.10.2017 Lesezeit 2 Min

Wegen der Vorwürfe mutmaßlicher Einflussnahme russischer Medien auf den US-Wahlkampf hat Twitter Konsequenzen gezogen: Werbeeinblendungen der russischen Nachrichtenportale RT (Russia Today) und Sputnik werden gebannt.

Twitter reagiert damit auf den zunehmenden öffentlichen Druck in den USA, die Geschehnisse im US-Wahlkampf in den sozialen Netzwerken zu untersuchen. Nach Facebook hat damit der zweite Online-Dienst Konsequenzen aus dem Medienskandal gezogen, berichtet heise online. Twitter will weiterhin die 1,9 Millionen Dollar, die bislang mit den Werbeeinblendungen der beiden Medienagenturen verdient wurden, unter anderem als Fördergelder für externe Untersuchungen zur Nutzung von Twitter und anderer sozialer Medien im Wahlkampf einsetzen. Der Bann von RT und Sputnik betrifft allerdings lediglich deren Werbeeinblendungen, nicht die Accounts selbst.

RT wies sämtliche Verantwortung von sich und beteuerte, im Rahmen legaler Handlungsspielräume agiert zu haben. Die Chefredakteurin von RT, Margarita Simonjan, postete bereits vor der Mitteilung auf Twitter eine Präsentationsfolie, laut der Twitter selbst an das Nachrichtenportal herangetreten sein soll, um während des US-Wahlkampfs enger zu kooperieren. Eine Reaktion des Blogging-Dienstes zu den Vorwürfen steht aus.

RT und Sputnik werden oft als Sprachrohr des Kremls bezeichnet, um im Westen pro-russische Propaganda zu betreiben. Zu Beginn des Jahres 2017 waren US-Geheimdienste zu dem Ergebnis gekommen, dass es vermehrt den Versuch der Einflussnahme der russischen Medien auf die öffentliche Meinung in der US-Bevölkerung zur Zeit des US-Wahlkampfs gekommen war. Neben Twitter sollten daher auch Vertreter von Facebook und Google vor dem Kongress aussagen. Facebook sperrte bereits mehrere Nutzerkonten.