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Jetzt soll die Blockchain auch Obdachlosen helfen

WIRED Staff 16.04.2018 Lesezeit 2 Min

Die Stadt Austin im amerikanischen Bundesstaat Texas will Obdachlosen per Blockchain dabei helfen, sich auszuweisen. So soll all denjenigen Hilfe zukommen, die Ausweis oder Führerschein verloren haben und ihre Papiere mangels fester Adresse nicht ersetzen können.

Im texanischen Austin soll jetzt die Blockchain zum Ausweisersatz für Obdachlose werden. So hätten Menschen ohne festen Wohnsitz in der Stadt die Möglichkeit, Daten über ihre Person dezentral und verschlüsselt zu speichern, damit nur im Bedarfsfall darauf zugegriffen werden kann. Wie Engadget berichtet, könnte so ein System in einem Gespräch mit Sozialarbeitern oder bei einem Klinikbesuch helfen. Ärzte könnten dann beispielsweise direkt die Krankenakte des Patienten einsehen.

Austins Bürgermeister Steve Adler, der Initiator des Projekts, sagte: „Austin ist eine kreative, innovative Stadt und ich freue mich, dass wir diese Kernwerte bei unserer Herangehensweise anwenden, denjenigen zu helfen, die obdachlos sind.“

Für viele Obdachlose in den USA ist ihre Identifikation ein besonders großes Problem: Einmal verloren, lässt sich ein Ausweis nicht ohne Weiteres neu beschaffen — und ohne gültiges Dokument sind den Bedürftigen oftmals viele Hilfsprogramme verschlossen. Ausweisen per Blockchain könnte da Abhilfe verschaffen, da eine solche Identität nicht verloren gehen kann. Langfristig soll das Programm dafür sorgen, dass Hilfsangebote besser ankommen und Menschen so auch etwas gegen ihr Obdachlosigkeit unternehmen können

Für die schätzungsweise rund 7000 Obdachlosen in Austin könnte die Blockchain-ID künftig mehr Hilfe bedeuten. Ganz ohne Risiken ist das Projekt allerdings nicht: Noch ist nicht ganz klar, wie sich die wohnungslosen Bürger genau identifizieren können, um mit den in der Blockchain hinterlegten Daten abgeglichen zu werden — hier besteht ein gewisses Potenzial für Betrüger.