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Roland Emmerich will uns Virtual-Reality-Filme drehen lassen

Michael Förtsch 09.10.2017 Lesezeit 2 Min

Independence-Day-Regisseur Roland Emmerich hat ein Startup gegründet, das den Virtual-Reality-Markt bereichern soll. Mit VRenetic will er eine Community für 360-Grad-Filme aufbauen. Dafür soll das Unternehmen VR-Streaming in 4K-Auflösung ermöglichen und eine schlanke Alternative zu Google-Cardboard verkaufen.

In der Zukunft des Kinos wird Virtual Reality eine große Rolle spielen. Davon sind mittlerweile viele Filmemacher und Produzenten überzeugt. Auch Roland Emmerich sagte mehrfach, „dass Virtual Reality definitiv ganz groß werden wird.“ Daher hat der Regisseur nun zusammen mit dem Filmproduzenten Marco Weber das Unternehmen VRenetic gegründet. Das hat aber nicht Hollywood oder die Kinowelt als Ziel anvisiert. „Wir wollen in die vollkommen entgegengesetzte Richtung“, sagt Weber. „Der Fokus liegt auf Zugänglichkeit und Social Media.“ Denn das Startup will zuvorderst eine Virtual-Reality-Alternative für YouTube, Periscope und Facebook Live bieten.

Bereits im Herbst will das in Los Angeles und Kiew ansässige Unternehmen die App VResh für iOS und Android starten, die es unkompliziert ermöglichen soll, Virtual-Reality-Videos aufzunehmen, live zu senden und mit Freunden zu teilen. Die soll mit vielen bereits erhältlichen Aufsteck-360-Grad-Kameras wie Giroptic iO oder Insta360 Air kompatibel sein. Mit der VRenetic Media Engine will VRenetic eine eigene Streaming-Plattform samt Videokompression entwickelt haben, die es problemlos erlaube, die Rundumfilme in 4K-Auflösung ruckelfrei zu übertragen. Zudem soll es die App ermöglichen, mit den Streamern auch live über Audio-Chat zu kommunizieren.

Als Virtual-Reality-Brille sollen das Smartphone samt einer Alternative zu Googles Einsteck-VR-Brille Cardboard herhalten. Die besteht aus einem minimalistischen Plexiglasgestell mit einfachen Linsen und Smartphone-Halterung. Der Preis? Noch nicht bekannt. Jedoch soll sie zunächst nur an Teilnehmer des ersten Betatests ausgegeben werden. „Natürlich existiert bereits Hardware für das professionelle 360-Grad-Streaming, aber die richtet sich ob des Preises nicht gerade an junge Konsumenten“, sagt Emmerich dazu. „Unsere Plattform soll das VR-Streaming persönlicher und sozialer machen.“

Revolutionär ist die Idee von Emmerich und seines Startups nicht. Das Berliner Unternehmen Splash hatte bereits 2016 mit seiner gleichnamigen App auf dem Tech-Festival South by Southwest für Aufsehen gesorgt. Denn die lässt auch ohne Virtual-Reality-Kamera eigene 360-Grad-Szenerien aufzeichnen und mit der Welt teilen. Die Entwickler versprachen damit ein Instagram für Rundum-Aufzeichnungen. Allerdings konnten weder die App noch die Plattform die Nutzer wirklich begeistern.