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Neuseeland will Kim Dotcom ausliefern

WIRED STAFF 29.08.2016

Der umstrittene Internetunternehmer und ehemalige Hacker Kim Dotcom alias Kim Schmitz muss weiter gegen die Auslieferung an die USA kämpfen. Seine Wahlheimat Neuseeland wäre ihn gerne los — dagegen wehrt er sich nun vor Gericht.

Am 23. Dezember des vergangenen Jahres wurde ein Richterspruch veröffentlicht, der Dotcoms Auslieferung an die USA absegnet. Dotcom erhob dagegen Einspruch, erschien am Montag allerdings nicht selbst vor Gericht. Seine Anwälte versuchten bei der Anhörung in Neuseeland, die Auslieferung zu verhindern. Bereits im Vorfeld der Verhandlung lehnte der Richter Dotcoms Antrag ab, die Geschehnisse über einen Live-Stream im Internet zu übertragen.

In den USA droht Dotcom eine langjährige Haftstrafe. Der gebürtige Kieler, der auch die finnische Staatsbürgerschaft besitzt, hatte bis 2012 die Tauschplattform Megaupload betrieben, über die illegale Kopien von Filmen und Musik geteilt wurden. Die Seite wurde schließlich von den Behörden geschlossen und Kim Dotcom bei einer Razzia auf seinem Anwesen in Neuseeland verhaftet. Die Ermittler warfen ihm Copyright-Verletzungen im Zusammenhang mit Megaupload vor — dazu liegen ein Haftbefehl aus den USA und ein Auslieferungsbegehren des FBI vor. Dotcom, der schon kurze Zeit später auf sein Anwesen zurückkehren konnte, weist alle Vorwürfe von sich: Er habe lediglich eine Plattform zur Verfügung gestellt, die andere Nutzer unsachgemäß verwendet hätten.

Nachdem er 2014 versucht hatte, mit seiner Internet Party die neuseeländische Politik aufzumischen, regte sich in seiner Wahlheimat erstmals größerer Widerstand gegen den Mann, den viele bis dahin als eine Art Robin Hood betrachtet hatten, der gegen die großen Konzerne und Behörden kämpft. Dotcom selbst geht davon aus, dass das Verfahren über Jahre andauern und schlussendlich zu seinen Gunsten ausgehen wird. Er schrieb auf Twitter: „Gut, dass ich niemals in das Land der korrupten Politiker und bestochenen Gerichte ausgeliefert werde. Die neuseeländischen Richter werden dem Gesetz entsprechend entscheiden. Ich gewinne.“

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