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Mark Zuckerberg bekommt Hilfe gegen Fake-News

Elisabeth Oberndorfer 21.11.2016 Lesezeit 3 Min

Mark Zuckerberg gesteht sich langsam sein Problem mit Falschmeldungen ein. Andere sammeln bereits Ideen, um die Richtigkeit von Quellen zu überprüfen und Fake-News zu entlarven.

Vergangene Woche behauptete Mark Zuckerberg noch, 99 Prozent der Facebook-Inhalte seien authentisch. Daran hält der CEO des Social Networks auch jetzt noch fest – dem Druck der Öffentlichkeit gab er dennoch nach. Am Wochenende kündigte Zuckerberg Maßnahmen gegen Falschmeldungen an. Knapp zwei Wochen nach der Präsidentschaftswahl in den USA beginnt Facebook also damit, sich sein Fake-News-Problem einzugestehen.

„Wir arbeiten seit langem an diesem Problem und nehmen unsere Verantwortung ernst”, schreibt Zuckerberg auf seinem Profil. Nicht nur die Community, sondern auch externe Organisationen sollen in Zukunft die Richtigkeit von Nachrichten prüfen. Man sei bereits mit professionellen Faktencheckern in Kontakt und wolle noch weitere einbeziehen. Nutzern will es Facebook noch einfacher machen, falsche Informationen zu melden. Kommen Links aus fragwürdiger Quelle, will das Soziale Netzwerk sie kennzeichnen und User vor dem Teilen warnen.

Zuckerberg kündigt weiter an, gegen Website-Betreiber vorzugehen, die mit Spam Geld verdienen. Wie genau, das lässt der Facebook-Geschäftsführer noch offen. Schon vor einigen Tagen entschieden sich sowohl Facebook als auch Google, entsprechende Websites aus dem Werbenetzwerk zu sperren.

Dass die Verbreiter von Fake News ein lukratives Geschäft betreiben, zeigt auch eine aktuelle Recherche der Washington Post. Die Betreiber des Portals „LibertyWritersNews“ etwa haben demnach in den Anfangszeiten monatlich zwischen 10.000 und 40.000 US-Dollar durch Werbung eingenommen – mit weniger als 150.000 Facebook-Fans. Heute folgen dem Fake-News-Portal mehr als 800.000 User auf Facebook.

Während nicht nur Mark Zuckerberg überlegt, wie die Falschinformationen auf Facebook eingedämmt werden können, bringen auch Andere ihre Vorschläge ein. Upworthy-Gründer Eli Pariser zum Beispiel sammelt in einem Google-Dokument mögliche Lösungen. Auch Journalismusprofessor Jeff Jarvis und John Borthwick, Gründer des Startup-Studios Betaworks, haben ihre Ideen in einem Medium-Post beschrieben. „Wir glauben nicht, dass es die Aufgabe der Plattformen ist, zwischen falsch und richtig zu urteilen“, warnen die beiden vor sogenannten Blacklists und Zensur.

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Wie von Zuckerberg angedeutet, präferieren auch Jarvis und Borthwick die Einbeziehung von externen Kontrollinstanzen und das einfachere Melden von Fakes durch Nutzer. Die beiden appellieren sowohl an Facebook als auch an Google und Twitter, die Verfasser von Nachrichten sichtbarer zu machen. Als Ausweg aus der Filter-Blase empfehlen sie, Usern gezielt Inhalte vorzuschlagen, die ihnen auf Basis ihrer Interessen normalerweise nicht empfohlen werden würden. Die Social-Media-Portale sollten außerdem Hilfe von Entwicklern annehmen, die das Fake-News-Problem technisch lösen können.

Um die Verantwortung als Medienkanal zu verstehen – Zuckerberg sieht Facebook bekannterweise noch immer nicht als Medienunternehmen – empfehlen Journalismusexperte Jarvis und Borthwick, Journalisten einzustellen