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Machte Wikileaks Fehler bei der Bearbeitung der CIA-Dokumente?

Louisa Zimmer 10.03.2017

WikiLeaks hat die Namen von CIA-Mitarbeitern im Vault7-Leak geschwärzt. Scheinbar sind der Plattform bei der Zensur aber Fehler unterlaufen. 

Wie Motherboard berichtet, hat WikiLeaks in den Dokumenten der Vault 7-Leaks doch nicht alle Namen geschwärzt. Die Motherboard-Mitarbeiter haben unter anderem in Dokumenten über die Einsätze der CIA im Ausland ungeschwärzte Namen gefunden. Bislang ist allerdings unklar, ob es sich um die tatsächlichen oder angenommenen Identitäten von CIA-Mitarbeitern handelt oder um andere Personen. Im Artikel nennt Motherboard Dokumente als Beispiel, die die Arbeit der Engineering Development Group beschreiben. So seien die Namen durch Nutzernummern ersetzt worden, trotzdem fände sich an einem Seitenende ein unzensierter Name. Eine andere Stelle zeigt den Namen der Person, die als letztes das Dokument bearbeitet hat. WikiLeaks hat sich bisher nicht auf die Anfragen geäußert. 

Bei der Veröffentlichung der CIA-Dokumente am Dienstag zeigte WikiLeaks eine neue Vorgehensweise: Anders als bei früheren Veröffentlichungen wurden sämtliche Namen geschwärzt, nachdem sie von Experten der Plattform gesichtet wurden. Auch andere sensible Informationen wie IP-Adressen und E-Mail-Adressen wurden unkenntlich gemacht. Die unbearbeitete Veröffentlichung von Informationen wurde im vergangenen Jahr heftig kritisiert, unter anderem von Edward Snowden. Auf Twitter schrieb er, dass die Demokratisierung von Informationen wichtiger sei denn je.  

Gestern kündigte Julian Assange in einer Pressekonferenz per Periscope an, dass er den bislang unveröffentliche Code der CIA an die von den Sicherheitslücken betroffenen Tech-Firmen übergeben will. Durch die Dokumente sollen sie sich gegen die Angriffe schützen können. Apple kündigte am Mittwoch an, dass man bereits einen Großteil der Sicherheitslücken geschlossen habe. Das Unternehmen hat iPhone-Nutzern das Update auf die neueste iOS-Version empfohlen. 

In der Pressekonferenz sagte Assange außerdem, dass die CIA „Kontrolle über ihr gesamtes Cyber-Waffen-Arsenal verloren hat“. „Dies ist ein historisches Beispiel von der verherrenden Inkompetenz davon, dass man ein solches Arsenal aufgebaut und an einem Platz gespeichert hat, ohne es zu sichern“, so Assange. Laut dem WikiLeaks-Gründer soll die Enthüllungsplattform auf die Dokumente gestoßen sein, weil verschiedene Mitarbeiter der CIA sie „ohne Kontrolle“ weitergereicht hätten. Die CIA kündigte an, dass sie hundert bis tausende Mitarbeiter befragen will, da man von einem internen Angriff ausgeht. Reuters meldete, dass der US-Geheimdienst bereits seit vergangenem Jahr vom Datenleck gewusst haben soll.

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