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Keine Lust auf Pokémon Go? Hier sind 6 spannende Alternativen

Michael Förtsch 22.07.2016

Derzeit lässt Pokémon Go abertausende Menschen ins Freie strömen. Doch auch in anderen Augmented-Reality- und Outdoor-Games wird die Welt da draußen erkundet. WIRED präsentiert die 6 besten Alternativen zur Pokémon-Jagd!

Die Begeisterung für Pokémon Go scheint kein Ende zu nehmen. Schon über 30 Millionen Menschen rund um den Globus sollen das Augmented-Reality-Game spielen. Alle machen sie Jagd auf Schiggy, Evoli, Dodrio und mehr als 140 weitere kleine Kreaturen. Dafür gehen sie nach draußen, streunen durch die Straßen, erforschen Hinterhöfe, radeln durch die Dörfer und stolpern dabei auch schon mal über eine Leiche. Denn nahezu überall sind die Pokémon, Pokéstops und Arenen zu finden.

Doch nicht jeder kann sich für Pokémon Go begeistern. Vielleicht, weil man das Konzept zu verspielt findet, einem die Optik nicht zusagt oder man einfach nichts mit den knuffigen Kreaturen anfangen kann. Deswegen präsentiert euch WIRED sechs andere spannende Location-Based-Mobile-Games, die euch raus ins Freie locken:

Ingress

Bevor es Pokémon Go gab, gab es Ingress. Das 2013 gestartete Game des ehemaligen Google-Startups Niantic bildet die technische Blaupause für die Monsterjagd. Laut Hintergrundgeschichte tauchen überall auf der Erde bizarre Portale und die merkwürdige XM-Energie auf. Zwei Fraktionen befinden sich im Wettstreit darum: Die Erleuchteten und der Widerstand. Als Spieler entscheidet man sich für eine von beiden Seiten und versucht, beim Spazierengehen durch die reale Welt, Portale einzunehmen und so den Einfluss der eigenen Seite stärken.

Während des Spiels levelt man den eigenen Account auf, sammelt Waffen, lernt, wie Portale verknüpft werden und bringt mehr über die Geschichte in Erfahrung. Von Zeit zu Zeit kommt es zu sogenannten Anomalien, speziellen Events, für die Spieler an bestimmten Orten versammeln müssen.

Ingress ist für iOS und Android erhältlich.

Zombies, Run!

Die Zombie-Apokalypse ist über die Welt hereingebrochen. Jene, die überlebt haben, finden sich in Gemeinschaften zusammen. Wenn Nachschub an Nahrung, Batterien und Medikamenten gebraucht wird, werden sogenannte Runner in die Welt hinaus geschickt. In Zombies, Run! ist der Spieler einer von ihnen. Insgesamt 200 Missionen sind zu bewältigen, für die man hauptsächlich zwei Dinge tun muss: Immer die Kopfhörer drin lassen und ständig in Bewegung bleiben. Wo man läuft und wohin? Egal. Ressourcen und Infos werden beiläufig eingesammelt.

Hört man plötzlich schlurfende und stöhnende Zombies heißt es jedoch: Gas geben! Im Grunde ist Zombies, Run! vom Entwickler Six to Start weniger ein Spiel als ein interaktives Hörbuch samt Trainings-App. Während der Missionen erfährt der Spieler über fiktive Radiosendungen und Funkdurchsagen, was mit der Welt geschehen ist und wie es dazu kam. Das hält eine wirklich am Laufen!

Zombies, Run! ist für iOS und Android erhältlich.

Clandestine: Anomaly

Oberflächlich betrachtet wirkt Clandestine: Anomaly wie ein Nachbau von Ingress oder dem eingestellten Shadow Cities. Auch hier geht es um einen geheimen Krieg, bizarre Anomalien und absonderliche Kräfte aus dem All. Der Spieler wird in all das hineingezogen und muss bei Spaziergängen und Fahrten seinen Beitrag leisten. Allerdings geht das Spielprinzip dabei stark in Richtung Tower Defense und Augmented-Reality-Shooter.

Der Spieler muss in seiner Umgebung sogenannte Pulsare errichten, mit Waffen ausrüsten und damit gegen feindliche Kräfte wie Alien-Drohnen kämpfen. Die werden in gut inszenierten Schießereien direkt in die von der Smartphone-Kamera gesehene Umgebung eingeblendet und können effektvoll mit Lasern oder Luftangriffen zerbombt werden. Noch hat das Game von ZenFri eine recht bescheidene, aber durchaus wachsende Community.

Clandestine: Anomaly ist für iOS und Android erhältlich.

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Run An Empire

Die Idee von Run An Empire ist einfach, aber clever und dürfte so manchen Trainingsmuffel motivieren. In dem Outdoor-Game ist die gesamte Welt in kleine Hex-Felder unterteilt. Geht der Spieler nach draußen und umrundet beispielsweise sein Haus, erobert er das entsprechende Gebiet. Auf diese Weise können Läufer und Spaziergänger überall reale Areale für sich beanspruchen und gleichzeitig anderen durch das Umlaufen von deren Territorien Teile ihres Reichs abspenstig machen.

Das Londoner Studio PAN will durch das Game Kleinkriege entfesseln, die allein mit Bewegung zu gewinnen sind. Wenn einem Läufer ein Stück seines Gebietes abgejagt wird, erhält er eine Mitteilung, wie viel Land er verloren hat, und welche Strecke er zurücklegen muss, um es zurückzuerobern. Dabei soll das Game jedoch nicht nur für sportliche Läufer sein. Es wird kein Mindesttempo abverlangt. Ob Joggen, Gehen oder Nordic-Walking: Strecke machen zählt.

Run An Empire wird im Herbst 2016 für iOS und Android erscheinen.

Turf Wars: Location Based Mafia

Bei Turf Wars ist alles in die Klauen der Mafia geraten. Unzählige Clans und Familien bekriegen sich gegenseitig. Der Spieler übernimmt die Rolle des Oberhaupts eines neuen lokalen Verbrecherkollektives. Als solches muss er dafür sorgen, dass sein Gebiet stetig wächst. Das geht nur, indem Territorien real vor Ort eingenommen werden. Das bringt Geld – und zwar umso mehr, je urbaner das besetzte Gebiet ausfällt.

Das GPS-Game von MeanFreePath setzt auf Google Maps als Spielfeld und ist mit seiner eher spröden Aufmachung weit vom ansehnlichen Look eines Ingress oder Clandestine: Anomaly entfernt. Allerdings entfaltet es dank einer aktiven Spielergemeinde und vielen zu erschließenden Mechaniken eine reizvolle strategische Tiefe. Überfälle auf fremdes Gebiet können brutal oder taktisch ablaufen. Mit Geld lassen sich Schlägertrupps mit Maschinengewehren, Armbrüsten und Körperpanzern anheuern. Vor allem in Großstädten ist Turf Wars eine aufreibende Erfahrung!

Turf Wars ist für iOS und Android verfügbar.

The Walk

In einem schottischen Bahnhof geht eine Bombe hoch. Chaos bricht aus. Jemand drückt dir ein Paket in die Hand, das die Welt retten soll. Um es zu überbringen gibt es aber nur einen Weg: den zu Fuß – und zwar durch das gesamte Großbritannien. The Walk kommt vom selben Entwickler wie auch Zombies, Run! und bedient sich der gleichen Grundidee. Allerdings ist die Story weit ausgefeilter und cleverer, ein Spionage-Thriller, von dem man einfach wissen möchte, wie er endet.

Auch hier erhält der Spieler einzelne Missionen, muss Sprints einlegen, wenn Terroristen oder Agenten ihm an den Fersen kleben. Der Fortschritt durch die Geschichte lässt sich über eine Karte der Insel verfolgen. Dabei können stets auch kleine Minispiele absolviert werden, durch die sich weitere Story-Fragmente in Audio- und Textform freischalten lassen. Nebenbei protokolliert The Walk jede Menge Statistiken und belohnt das Ablaufen eines ganzen Kapitels oder 10.000 Schritte mit Auszeichnungen. Ein lohnendes Erlebnis.

The Walk ist für iOS und Android verfügbar. 

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