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Dürre-Hack: Kalifornier sprühen ihre Vorgärten grün an

Cindy Michel 24.07.2015 Lesezeit 2 Min

Los Angeles, Kalifornien: Die Sonne strahlt vom Himmel, der letzte Regen liegt Wochen zurück. Braune, staubige Flächen statt grünem Rasen. Die Suburbs sind trist. Doch nicht alle Vorgärten scheinen von der Dürre betroffen zu sein: Zwischen ausgetrockneten Grasflächen tauchen auch immer wieder grüne Oasen auf. Das ist keine surreale David-Lynch-Vorstadt-Fantasie, sondern Realität. Wie geht das dann? Ganz einfach, man lässt sich den Rasen streichen.

Dass es im Süden Kaliforniens selten regnet, weiß jeder Radiohörer seit Albert Hammond 1972 das trockene und heiße Klima sinbildlich für das Scheitern eines Schauspielers in Hollywood besang. Diesen Sommer leidet der Staat aber unter einer besonders schweren und anhaltenden Dürre-Periode. Kein Wunder also und absolut natürlich, dass die Grasflächen eher braun als grün sind. Damit wollen sich einige Kalifornier aber nicht abfinden und greifen getreu Pippi Langstrumpfs Motto „Ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt” zum Farbkanister statt zur Gieskanne.

„80 bis 90 Prozent aller Rasenflächen trocknen aus. Sie werden braun”, erläutert AJ+ die brenzlige Situation in Fresno, Kalifornien während der Dürrezeit. Rund 227 Liter Wasser pro Woche bräuchten Kalifornier zur Dürrezeit, um 30 Quadratmeter Rasen grün zu halten. In Fresno dürfen die Anwohner während der Trockenphase ihre Gärten aber nicht öfter als zweimal in sieben Tagen gießen. Schlechte Karten für Racing-Green-Liebhaber — wenn da nicht der Farbeimer wäre. 

Jason Cox, der den Sprühservice anbietet, ist ausgebucht. Das Geschäft mit der Rasenmalerei blüht. Sucht man im Netz nach der Rasenfarbe, bestätigen andere Farbenhersteller den Unternehmer. Der gibt an, dass die grüne Sprühfarbe non-toxic, organisch und für Menschen wie Tiere völlig ungefährlich sei. Auch wenn das Prozedere höchst unnatürlich und sehr befremdlich wirkt, scheint es, zumindest auf den ersten Blick, ein paar positive Nebenwirkungen zu haben: Wasser wird gespart und ungefährlich scheint die Farbe auch zu sein. Für das Portal AJ+  stellt der boomende Business vor allem eins dar: einen „Dürre-Hack”.