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Das wird Googles neues Hauptquartier in London

Michael Förtsch 02.06.2017

Trotz Brexit will Google in London ein neues Hauptquartier eröffnen. Das wird weniger futuristisch als Apples UFO, aber nicht weniger eigensinnig. Das Gebäude bekommt ein Gartendach, Sportplätze und soll länger werden, als der Wolkenkratzer The Shard hoch ist.

Erst Mitte 2016 hat Google mit seinen britischen Mitarbeitern mehrere Stockwerke eines Bürokomplexes bei 6 Pancras Square nahe King's Cross bezogen. Zu diesem Zeitpunkt waren die Pläne für ein komplett eigenes Hauptquartier in der britischen Hauptstadt in Frage gestellt worden. Denn der seinerzeit drohende und wenig später beschlossene Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union würde schließlich wirtschaftlich Herausforderungen aufbringen. Doch nun hat Google die Entwürfe für das erste Gebäude des London Campus veröffentlicht und angekündigt, dass der Bau bereits im kommenden Jahr beginnt.

Das derzeit Building A getaufte Hauptquartier soll unweit der jetzigen Büros entstehen. In einer leichten Kurve soll es parallel zum Bahnhof King’s Cross verlaufen. Das Erdgeschoss soll einem engen Sockel gleichen. Einzelne Buchten, die mit großen Rahmen unterteilt sind, würden für Geschäfte und Start-ups offen stehen. Der obenauf thronende Hauptbau besteht wiederum aus drei leicht versetzen Etagen, die von vertikalen Fensterflächen dominiert werden. Die großen Innenräume unterteilen sich dabei in elf ineinander übergehende Stockwerke. Die genaue Ausmaße des Gebäudes sind noch geheim. Jedoch solle der Landscaper nach der Fertigstellung länger sein als The Shard hoch ist. Dieses Londoner Wahrzeichen misst immerhin 310 Meter.

Neben offen gestalteten Büroflächen wird es weiträumige Erholungsareale geben. Darunter ein 25-Meter-Swimmingpool, ein Fitnessstudio mit Kletterwand und Basketball-, Fußball- und Badmintonplatz. Dazu kommen eigene Cáfes und Präsentationsräume samt einem Auditorium mit 210 Plätzen. Auf dem Dach soll eine Gartenlandschaft mit Wiesen, Bäumen, einer Jogging-Strecke und einem Amphitheater angelegt werden. Wie bereits Apples neues Hauptquartier soll auch das Building A möglichst ökologisch arbeiten. Auf dem Dach wird Regenwasser gesammelt, im Untergeschoss wird eine eigene Recyclinganlage installiert und Solarpaneele sollen bis zu 19.800 Kilowattstunden an elektrischem Strom liefern.

Verantwortlich für die Gestaltung sind der Architekt Thomas Heatherwick, der Planer des britischen Pavillon der Expo 2010, und das schwedische Studio BIG, das hinter dem neuen 2 World Trade Center und dem VIA 57 West in New York steht. Gemeinsam mit dem aktuellen Londoner Büro und einem in Planung befindlichen Zusatzgebäude soll ein Campus für 7.000 Mitarbeiter entstehen. Aber auch in Deutschland baut Google aus.

Erst Anfang des Jahres 2016 hat der Konzern sein neues Entwicklungszentrum an der Hackerbrücke in München bezogen. In Berlin wiederum tut sich der Konzern schwerer. Die Pläne für einen Mini-Campus und Kreativtreff in einem ehemaligen Umspannwerk in Kreuzberg wurden im April in der jetzigen Form wegen baurechtlicher Vorgaben abgelehnt. Es sind Nachbesserungen nötig. Zudem haben sich Anwohner zu einer Anti-Google-Initiative zusammengetan. Dennoch soll der Berliner Campus möglichst Ende 2017 eröffnet werden.

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