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So organisieren sich die G20-Gegner im Netz

Benedikt Plass-Fleßenkämper 04.07.2017

Wer mit dem G20-Gipfel in Hamburg nicht einverstanden ist, hat die Auswahl zwischen zahlreichen Aktionen mit zahlreichen Hashtags: #NoG20, #NoG20Hamburg oder #Protestcamp: Demonstranten nutzen Websites, Blogs und soziale Medien, um sich zu informieren, auszutauschen und abzustimmen. Ein Überblick.

Wenn am Wochenende der zwölfte G20-Gipfel stattfindet, ist das eines der am stärksten geschützten und am heftigsten umstrittenen Treffen der Staats- und Regierungschefs der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer. In Hamburg diskutieren sie globale Herausforderungen – von Klimaschutz, Energieversorgung, Flucht und Migration über die Chancen der Digitalisierung bis hin zur Gesundheitsversorgung und dem nachhaltigen wirtschaftlichen Fortschritt Afrikas. Begleitet wird das alles von akustisch und inhaltlich lauten Protesten.

Neben friedlichen Demonstrationen kam es schon vor Beginn des Treffens zu handgreiflichen Auseinandersetzungen. Der Protest gegen das Zusammentreffen des „Clubs der Mächtigen“ findet jedoch zum großen Teil im digitalen Raum statt. Die G20-Gegner informieren auf ihren Websites über den Gipfel, posten live von den verschiedenen Events und teilen in den sozialen Netzwerken wichtige Informationen für die Teilnehmer der Protestaktionen.

Wer als G20-Gegner stets informiert sein möchte, kann dafür Facebook nutzen und hier zum Beispiel BlockG20 mit 1300 Fans, G20Demo mit 2100 Fans oder NoGo20_2017 mit 3300 Fans folgen. Viele Seiten posten aktuell mehrmals pro Tag Neuigkeiten rund um den umstrittenen Wirtschaftsgipfel, einige der Fanpages wirken allerdings etwas verwaist.

Deutlich aktiver sind die G20-Kritiker auf Twitter. Sie nennen sich hier NoG20 Infoportal, G20Protestwelle, G20 Demo, Jugend gegen G20 oder G20 Camp Altona. Auch Parteien, politisch engagierte Vereine und Organisationen begleiten das anstehende Treffen der Mächtigen in Deutschland über diesen Social-Media-Kanal. Zum Beispiel Attac, Campact, der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), die Interventionistische Linke Hamburg und die Linksfraktion HH.

Die Hashtags sind entsprechend eindeutig: #NoG20, #NoG20Hamburg, #Protestcamp oder #G20Protestwelle. Hashtags wie #Entenwerder (der Elbpark, in dem es zu den Camp-Räumungen kam), #YesWeCamp oder #SchlaflosInHH helfen bei der Orientierung. Die Stürmung von Entenwerder durch die Polizei war auf Periscope live zu sehen.

Nicht nur die G20-Protestler sind auf Social Media aktiv, die Hamburger Polizei beschäftigt sich ebenfalls intensiv mit dem brisanten Treffen. Sie bietet auf Twitter unter anderem aktuelle Informationen zu kurzfristigen Straßensperrungen an. Hierfür verwendet sie das Hashtag #G20HAM17 – dieses wird aber auch von den G20-Gegnern genutzt.

Wer zur Zeit des Gipfels in Hamburg sein, aber weder mit dem eigenen Auto, noch mit der Bahn anreisen möchte, kann auch auf die Kraft des Netzes setzen: Das Bündnis Grenzenlose Solidarität statt G20 hat einen Bus-Service organisiert, über den Fahrkarten nach Hamburg gebucht werden können. Attac, G20 Protestwelle und andere Websites bieten Mitfahrgelegenheiten in Bussen, Zügen und Autos an.

Wer eine günstige Übernachtungsmöglichkeit sucht, kann die Bettenbörse nutzen, die unter anderem G20-Protest.de anbietet. Und Aktivisten, die mehr als nur protestieren wollen, finden auf der Website G20Hamburg.org – die sich selbst als „Infoportal zu den Protesten gegen den G20-Gipfel 2017 in Hamburg“ bezeichnet – Hinweise und Terminangaben zu Aktionskonferenzen, Arbeitsgruppen, Demonstrationen und Kontra-G20-Events.

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