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Das FBI verhaftet den Mann, der WannaCry gestoppt hat

WIRED Staff 04.08.2017

Das FBI hat den Briten Marcus Hutchins, als Sicherheitsforscher unter dem Namen Malware Tech bekannt, verhaftet. Der Entdecker des WannaCry-Kill-Switches soll eine eigene Malware zum Diebstahl von Bankdaten mitentwickelt haben.

Hutchins befand sich auf dem Rückweg von der Hackerkonferenz Def Con in Las Vegas und wurde dort am Flughafen verhaftet. Das FBI wirft ihm vor, die Malware Kronos im Jahr 2014 im Darknet beworben und verkauft zu haben. Auch ein Video, in dem Hutchins die Funktionsweise von Kronos erklärt, wird laut Motherboard als Beweis für dessen Verwicklung mit der Entwicklung oder Verbreitung der Malware angeführt.

Als der Kryptotrojaner WannaCry im Mai Computersysteme weltweit lahmlegte, gelang es dem erst 22-jährigen Hutchins, die Verbreitung der Malware zu stoppen: Er entdeckte einen funktionsfähigen Kill Switch für die Schadsoftware, registrierte die entsprechende Domain und stoppte so die weitere Ausbreitung. Das machte ihn unter Sicherheitsforschern zum Helden der Stunde. Vermutlich wäre ohne ihn der globale Schaden durch WannaCry, das neben der Deutschen Bahn auch Rechner in Krankenhäusern lahmlegte, noch größer ausgefallen. Seine Verhaftung am Mittwoch nahm Hutchins zunächst noch mit Humor, wie ein Tweet von ihm zeigt:

Kronos ist eine Malware, mit der gezielt Bankdaten von Nutzern gestohlen werden, indem diese auf gefälschte Bank-Webseiten geführt werden. Auf Foren wurde die Software für 7000 Dollar gehandelt. Das Phishing-Tool gibt es seit 2014. Die Community von Sicherheitsforschern indes stellt sich hinter Malware Tech. Wie TechCrunch berichtet, bleiben viele Fragen zur Verbindung zwischen Hutchins und Kronos offen. Ob sich seine Unschuld beweisen wird oder dem Helden der dunklen Stunde von WannaCry frühere kriminelle Aktivitäten zum Verhängnis werden, müssen nun Gerichte klären.

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