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Faktenfinder: Die ARD startet ein Portal gegen Fake-News

WIRED Staff 04.04.2017

Die ARD geht ab sofort mit einem eigenen Portal gegen gezielt gestreute Falschmeldungen vor: Auf Faktenfinder sollen Fake News aufgeschlüsselt und Vorgehensweisen zur Fakten-Recherche offengelegt werden.

Auf dem Online-Portal Faktenfinder befinden sich derzeit unter der Überschrift „Schneller als die Polizei dementieren kann“ mehrere Fake News-Beiträge, die sich in letzter Zeit vor allem über Soziale Netzwerke schnell verbreiteten. Darunter eine Geschichte über eine Gruppe von Flüchtlingen, die einen Mann im niedersächsischen Gifhorn brutal niedergestochen haben sollen. Die örtliche Polizei hat diese Nachricht allerdings längst dementiert und strafrechtliche Ermittlungen in der Sache eingeleitet. In der Folge meldeten und entschuldigten sich bereits einige Personen, die für die Verbreitung der Falschmeldung mitverantwortlich waren.

Um solchen und ähnlichen Fake News auf den Grund zu gehen, stellt die ARD vier Redakteure ab, die ihre Recherche-Ergebnisse anschließend auf Faktenfinder transparent offenlegen. Patrick Gensing, Redakteur bei Tagesschau.de und Faktenfinder-Projektleiter, erklärt die Intention hinter dem neuen Portal: „Der Kampf gegen gezielte Falschmeldungen und Desinformation lässt sich nicht durch Gesetze gewinnen. Es ist vielmehr Aufgabe von Journalisten und Medien, über dieses Problem aufzuklären. […] Wir wollen herausfinden, wie groß das Phänomen Fake News in Deutschland tatsächlich ist.“

Faktenfinder stellt den Lesern auch Informationen zur Verfügung, mit denen sie selbst Falschmeldungen in Zukunft besser und schneller erkennen sollen. Gerade mit Ausblick auf die in diesem Jahr anstehende Bundestagswahl ist Aufklärung wichtig. Kai Gniffke, Erster Chefredakteur von ARD-aktuell und EinsExtra, hatte schon mit einiger Zeit gegenüber MEEDIA seine Bedenken geäußert: „Die Tagesschau wird angesichts des Wahljahres besondere Anstrengungen unternehmen, um bewusste Falschinformationen aufzufinden und der Öffentlichkeit mit zusätzlicher redaktioneller Recherche geprüfte Fakten zur Verfügung zu stellen.“ Eine feste Anlaufstelle, auf der Fake News entlarvt werden, ist dabei sicher ein erster Schritt in die richtige Richtung.

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